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Das leichtsinnige Mietzel

Wilhelm Busch

Schau unser Mietzel, unser gutes!
Was hat das fr ein lieb Gesicht. -
Und raufen, balgen - nein, das tut es,
Nein, nein! - das tut das Mietzel nicht.

Ist so ein herzensgutes Ktzchen;
Tut niemals einem was zuleid,
So da sogar das Gimpelmtzchen
Ganz ohne alle Furchtsamkeit.

Ja, selbst der Schnauz, der doch ein grimmer
Griesgrmlichalter Knabe ist,
Erlaubt dem Mietzel, da es immer
Mit ihm aus einer Schssel frit.

Es war auch wirklich so possierlich,
Wenn so fr sich das kleine Ding
Ein Fadenknuel rasch und zierlich
Bald von sich stie, bald wiederfing. -

Einst, als in frohem Jugenddrange
Das Mietzel Schmetterlinge jug,
Da schlich herzu mit leisem Gange
Ein fremder Kater, schwarz und klug.

Der Kater hat das Mietzel gerne,
Das Mietzel hat ihn auch recht gern. -
So schlo sie einst beim Licht der Sterne
Herzfreundschaft mit dem fremden Herrn.

Sie fragte nicht, wie er sich nannte,
Sie wute nur, er war ihr lieb. -
Ach Gott! - und er war der bekannte
Bruno; ein Mrder und ein Dieb. -

Nun war es Abends in der Regel,
Da er mit ihr zum Walde ging,
Und er schenkt' ihr schne Krammetsvgel,
Die Frster Kolb in Fallen fing.

Das war nun wohl ein lustig Leben
Und ging auch eine Weile gut -
- Doch schau! - da kommt der Frster eben -
Paff!! - Bruno schwimmt in seinem Blut!!

Und Mietz entflieht voll Angst und Schrecken
Und kommt durchs enge Gittertor
Den Hunden, welche gierig lecken,
Noch mit genauer Not zuvor.

Gut! - denkst du nun. Die hat's gesehen,
Wie man den bsen Dieb belohnt,
Und wird nicht mehr von Hause gehen.
Ach, nein! Sie war es schon gewohnt.

Auf hohen Bumen, in Gebschen,
Wo sie mit ihrer Beute sitzt,
Wei sie dem Frster zu entwischen,
Dem seine Flinte wenig ntzt.

Doch der ist, wie die Jger alle,
In diesen Sachen auch nicht dumm.
Er stellt dem Mietzel eine Falle -
Schnapp! - Mietzel ist fr ewig stumm! -

Der Frster nimmt sie aus der Klappe
Und trgt sie in des Krschners Haus:
Vom Schwarzen machen Sie die Kappe,
Hier schneiden Sie den Muff heraus!

Ein weier Muff nebst schwarzer Mtze
Sind fertig auf die Weihnachtszeit.
Die Mtze ist fr Frsters Fritze,
Der Muff fr Frsters Adelheid!




Wilhelm Busch

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