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Der Dornenstrauch

Wilhelm Busch

Es steht in Quesels Hecke
Ein Dornstrauch an der Ecke,
Und stechen tut er auch.
Ach, lieber Herr von Quesel,
Steig ab von deinem Esel,
Hau ab den Dornenstrauch.
Herr Quesel hrt die Klagen
Vergngten Angesichts.
Er spricht mit Wohlbehagen:
Ich spre nichts!

Es wchst die krause Wolle,
Damit sie wrmen solle
Dem Schfchen aus der Haut.
Der Dornstrauch tt es rupfen,
Da mut es ngstlich hupfen
Und blkte gar so laut.
Herr Quesel hrt sein Klagen
Vergngten Angesichts.
Er spricht mit Wohlbehagen:
Ich spre nichts!

Im Schmuck der neuen Hose,
Beglckt und sorgenlose
Biegt um das Eck der Fritz.
Der Dornstrauch hlt ihn feste,
O weh, die Allerbeste
Kriegt einen langen Schlitz.
Herr Quesel hrt sein Klagen
Vergngten Angesichts.
Er spricht mit Wohlbehagen:
Ich spre nichts!

Hier wandelt, emsig strickend,
Im Freien sich erquickend,
Ein Frulein tugendsam.
Wie ist sie so erschrocken,
Als pltzlich Hut und Locken
Der Dornstrauch an sich nahm.
Herr Quesel hrt ihr Klagen
Vergngten Angesichts.
Er spricht mit Wohlbehagen:
Ich spre nichts!

Der Esel aber bebend
Sieht hoch am Dorne schwebend
Die Locken und den Hut.
Es stutzt und bockt der Esel,
Im Dorne hngt Herr Quesel
Und hat es gar nicht gut.
Ein jeder hrt sein Klagen
Vergngten Angesichts.
Man spricht mit Wohlbehagen:
Wir spren nichts.

Herr Quesel luft nach Hause
Und kehrt in einem Sause
Zurck mit langer Axt.
Die Axt fngt an zu blitzen,
Herr Quesel an zu schwitzen,
Der Dornstrauch fllt und knackst.
Jetzt kann man ohne Klagen
Vergngten Angesichts
An Quesels Ecke sagen:
Ich spre nichts.




Wilhelm Busch

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