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Die Geisterkelter

Ludwig Uhland

Zu Weinsberg, der gepriesnen Stadt,
Die von dem Wein den Namen hat,
Wo Lieder klingen, schn und neu,
Und wo die Burg heit Weibertreu:
Bei Weib und Wein und bei Gesang
Wr' Luthern dort die Zeit nicht lang,
Auch fnd' er Herberg' und Gela
Fr Teufel und fr Dintenfa,
Denn alle Geister wandeln da;
Hrt! was zu Weinsberg jngst geschah.

Der Wchter, der die Stadt bewacht,
Ging seinen Gang in jener Nacht,
In der ein Jahr zu Grabe geht
Und gleich ein andres aufersteht.
Schon warnt die Uhr zur Geisterzeit,
Der Wchter steht zum Ruf bereit:
Da, zwischen Warnen, zwischen Schlag,
Am Scheideweg von Jahr und Tag,
Hrt er ein Knarren, ein Gebraus,
Genber ffnet sich das Haus,
Es sinkt die Wand, im hohlen Raum
Erhebt sich stolz ein Kelterbaum,
Und um ihn dreht in vollem Schwung
Sich jauchzend, glhend alt und jung,
Und aus den Rhren, purpurhell,
Vollbltig, springt des Mostes Quell;
Ein sausend Mhlrad, tobt der Reihn,
Die Schaufeln treibt der wilde Wein.
Der Wchter wei nicht, wie er tu',
Er kehrt sich ab, den Bergen zu:
Doch ob der dunkeln Stadt herein
Erglnzen die in Mittagsschein,
Des Herbstes goldner Sonnenstaub
Umwebt der Reben ppig Laub,
Und aus dem Laube blinkt hervor
Der Winzerinnen bunter Chor;
Den Trgern in den Furchen all
Wchst bers Haupt der Trauben Schwall,
Die Treterknaben sieht man kaum,
So spritzt um sie der edle Schaum.
Gelchter und Gesang erschallt,
Die Pritsche klatscht, der Puffer knallt.
Wohl senkt die Sonne jetzt den Lauf,
Doch rauschen Feuergarben auf
Und werfen Sterne, gro und licht,
Dem Abendhimmel ins Gesicht.
Da drhnt der Hammer, dumpf und schwer,
Zwlfmal vom grauen Kirchturm her.
Der Jubel schweigt, der Glanz erlischt,
Die Kelter ist hinweggewischt,
Und aus der stillen Kammer nur
Glimmt eines Lmpchens letzte Spur
Der Wchter aber singet schon
Das neue Jahr im alten Ton,
Doch flieet ihm, wie Honigseim,
Zum alten Spruch manch neuer Reim.
Er kndet froh und preiset laut,
Was ihm die Wundernacht vertraut,
Denn wann die Geisterkelter schafft,
Ist guter Herbst unzweifelhaft.

Da klopft's ihm auf die Schulter sacht,
Es ist kein Geist der Mitternacht;
Ein Zechgesell, der keinen glaubt,
Begrt ihn, schttelnd mit dem Haupt:
Der Most in deiner Kelter war
Vom alten, nicht vom neuen Jahr.




Ludwig Uhland

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