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Der Student

Ludwig Uhland

Als ich einst bei Salamanca
Frh in einem Garten sa
Und beim Schlag der Nachtigallen
Emsig im Homerus las:
Wie in glnzenden Gewanden
Helena zur Zinne trat
Und so herrlich sich erzeigte
Dem trojanischen Senat,
Da vernehmlich der und jener
Brummt' in seinen grauen Bart:
Solch ein Weib ward nie gesehen,
Traun, sie ist von Gtterart!
Als ich so mich ganz vertiefet,
Wut ich nicht, wie mir geschah:
In die Bltter fuhr ein Wehen,
Da ich staunend um mich sah.
Auf benachbartem Balkone,
Welch ein Wunder schaut ich da!
Dort, in glnzenden Gewanden,
Stand ein Weib wie Helena,
Und ein Graubart ihr zur Seite,
Der so seltsam freundlich tat,
Da ich schwren mocht, er wre
Von der Troer Hohem Rat.
Doch ich selbst ward ein Acher,
Der ich nun seit jenem Tag
Vor dem festen Gartenhause,
Einer neuen Troja, lag.
Um es unverblmt zu sagen:
Manche Sommerwoch entlang
Kam ich dorthin jeden Abend
Mit der Laut' und mit Gesang,
Klagt in mannigfachen Weisen
Meiner Liebe Qual und Drang,
Bis zuletzt vom hohen Gitter
Se Antwort niederklang.
Solches Spiel mit Wort und Tnen
Trieben wir ein halbes Jahr,
Und auch dies war nur vergnnet,
Weil halb taub der Vormund war.
Hub er gleich sich oft vom Lager,
Schlaflos, eiferschtig bang,
Blieben doch ihm unsre Stimmen
Ungehrt, wie Sphrenklang.
Aber einst, die Nacht war schaurig,
Sternlos, finster wie das Grab,
Klang auf das gewohnte Zeichen
Keine Antwort mir herab.
Nur ein alt zahnloses Frulein
Ward von meiner Stimme wach,
Nur das alte Frulein Echo
Sthnte meine Klagen nach.
Meine Schne war verschwunden,
Leer die Zimmer, leer der Saal,
Leer der blumenreiche Garten,
Rings verdet Berg und Tal.
Ach! und nie hatt ich erfahren
Ihre Heimat, ihren Stand,
Weil sie, beides zu verschweigen,
Angelobt mit Mund und Hand.
Da beschlo ich, sie zu suchen
Nah und fern, auf irrer Fahrt.
Den Homerus lie ich liegen,
Nun ich selbst Ulysses ward;
Nahm die Laute zur Gefhrtin,
Und vor jeglichem Altan,
Unter jedem Gitterfenster
Frag ich leis mit Tnen an,
Sing in Stadt und Feld das Liedchen,
Das im Salamancer Tal
Jeden Abend ich gesungen
Meiner Liebsten zum Signal;
Doch die Antwort, die ersehnte,
Tnet nimmermehr, und ach!
Nur das alte Frulein Echo
Reist zur Qual mir ewig nach.




Ludwig Uhland

Biographie

Balladen und Gedichte
Abendwolken
Abreise
Am 18. Oktober 1816
Bertran de Born
Das alte, gute Recht
Das Glck von Edenhall
Das Schifflein
Das Schlo am Meere
Das versunkene Kloster
Der gute Kamerad
Der Knigssohn
Der nchtliche Ritter
Der Schmied
Der Student
Der Ungenannten
Der wackere Schwabe
Der weie Hirsch
Der berfall im Wildbad
Des Knaben Berglied
Des Sngers Fluch
Die Abgeschiedenen
Die Geisterkelter
Die Geisterkelter
Die Kapelle
Die Malve
Die neue Muse
Die sanften Tage
Die Zufriedenen
Einkehr
Entschlu
Frhlingsglaube
Fruleins Wache
Graf Eberstein
Graf Richard Ohnefurcht
Heimkehr
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In ein Stammbuch
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Neujahrswunsch 1817
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