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(Aphorismen) Eros, Moral, Christentum

Karl Kraus

Die wahre Beziehung der Geschlechter ist es, wenn der Mann bekennt: Ich habe keinen andern Gedankten als dich und darum immer neue!

Ist eine Frau im Zimmer, ehe einer eintritt, der sie sieht? Gibt es das Weib an sich?

Nichts ist unergrndlicher als die Oberflchlichkeit eines Weibes.

Den Inhalt einer Frau erfat man bald. Aber bis man zur Oberflche vordringt!

Die Frau braucht in Freud und Leid, auen und innen, in jeder Lage, den Spiegel.

Die mnnliche berlegenheit im Liebeshandel ist ein armseliger Vorteil, durch den man nichts gewinnt und nur der weiblichen Natur Gewalt antut. Man sollte sich von jeder Frau in die Geheimnisse des Geschlechtslebens einfhren lassen.

Der "Verfhrer", der sich rhmt, Frauen in die Geheimnisse der Liebe einzuweihen: Der Fremde, der auf dem Bahnhof ankommt und sich erbtig macht, dem Fremdenfhrer die Schnheiten der Stadt zu zeigen.

Sie behandeln eine Frau wie einen Labetrunk. Da die Frauen Durst haben, wollen sie nicht gelten lassen.

Eine Frau, die gern Mnner hat, hat nur einen Mann gern.

Eine je strkere Persnlichkeit die Frau ist, um so leichter trgt sie die Brde ihrer Erlebnisse. Hochmut kommt nach dem Fall.

Die geniale Fhigkeit des Weibes, zu vergessen, ist etwas anderes als das Talent der Dame, sich nicht erinnern zu knnen.

Auch geistige und sittliche Qualitten des Weibes vermgen die wertlose Geschlechtlichkeit des Mannes anzuregen. Es kann kompromittierend sein, sich mit einer anstndigen Frau auf der Strae zu zeigen; aber es grenzt geradezu an Exhibitionismus, mit einem jungen Mdchen ein Gesprch ber Literatur zu fhren.

Den Vorzug der Frau, immer erhren zu knnen, hat ihr die Natur durch den Nachteil des Mannes verrammelt.

Fr den Nachteil des Mannes, nicht immer erhren zu knnen, wurde er mit der Feinfhligkeit entschdigt, die Unvollkommenheit der Natur in jedem Falle als eine persnliche Schuld zu empfinden.

Da Titania auch einen Esel herzen kann, wollen die Oberone nie verstehen, weil sie dank einer geringern Geschlechtlichkeit nicht imstande wren, eine Eselin zu herzen. Dafr werden sie in der Liebe selbst zu Eseln.

Ein schnes Kind hrt an der Wand eines Schlafzimmers ein scharrendes Gerusch. Sie frchtet, es seien Muse, und ist erst beruhigt, da man ihr sagt, nebenan sei ein Stall und ein Pferd rhrt sich. "Ist es ein Hengst?" fragt sie und schlft ein.

Der Dichter aber sah einen Rosenstock. Der sollte begossen werden. Dieses nannte der Dichter "satanische Irrlehren". Es genge, meinte er, da man zu dem Rosenstock tglich betet: "Heiliger Rosenstock, adelig-mysterises Kunstwerk der Schpfung!"

Wie wenig Verla ist auf eine Frau, die sich auf einer Treue ertappen lt! Sie ist heute dir, morgen einem andern treu.

Sie sagte sich: Mit ihm schlafen, ja - aber nur keine Intimitt!

Die schne Frau hat so viel Verstand mitbekommen, da man alles zu ihr und nichts mit ihr sprechen kann.

Die Frauen sind die besten, mit denen man am wenigsten spricht.

"Zu neuen Taten, teurer Helde, wie liebt� ich dich, lie� ich dich nicht?" So spricht das Weib Wagners. Dem Helden mute bei solcher Bereitschaft die Lust zu den Taten und die Lust am Weibe vergehen. Denn die Lust zu den Taten entstammt der Lust am Weibe. Nicht zu den Taten lasse sie ihn, sondern zur Lust: dann kommt er zu den Taten. Solcher Psychologie aber entsprche auch das Wort Wagners, wenn nur die Interpunktion verndert wre. ( Die Alliteration mag bleiben. ) Man lese also: "Zu neuen Taten, teurer Helde! Wie liebt� ich dich, lie� ich dich nicht?"

Ein Liebesverhltnis, das nicht ohne Folgen blieb. Er schenkte der Welt ein Werk.

Es kommt schlielich nur darauf an, da man berhaupt ber die Probleme des erotischen Lebens nachdenkt. Widersprche, die man zwischen seinen eigenen Ergebnissen finden mag, beweisen nur, da man in jedem Fall recht hat. Und die Widersprche zwischen den eigenen und den Ergebnissen, zu den[en] andere Denker gelangt sind, entfernen uns nicht so weit von diesen, wie uns der Abstand von solchen entfernt, die berhaupt nicht ber die Probleme des erotischen Lebens nachgedacht haben.

Ich stehe immer unter dem starken Eindruck dessen, was ich von einer Frau denke.

Der Erotiker hatte an ihr eine hnlichkeit entdeckt. Die pflegte er; sa tglich an ihrem Lager und schob ihr die Nase zurecht, um die hnlichkeit auszubilden. Der sthetiker hatte an ihr eine Verschiedenheit entdeckt. Die pflegte er; sa tglich an ihrem Lager und pries die Heiligkeit der Nase um ihrer selbst willen. Dieser dankt dem Schpfer. Jener ist ein Schpfer.

Der sthetiker: Sie wre ein Ideal, aber - diese Hand! Der Erotiker: Sie ist mein Ideal; also mssen alle Frauen die Hand besitzen.

Zur Vollkommenheit fehlte ihr nur ein Mangel.

Schnheitsfehler sind die Hindernisse, an denen sich die Bravour des Eros bewhrt. Blo Weiber und stheten machen eine kritische Miene.

Eine Frau, die nicht, hlich sein kann, ist nicht schn.

Es gibt Frauen, die nicht schn sind, sondern nur so aussehen.

Einfrmige Schnheit versagt gerade in dein Augenblick, auf den es hauptschlich ankommt.

Ihre Zge fhrten einen unregelmigen Lebenswandel.

Kosmetik ist die Lehre vom Kosmos des Weibes.

Wenn Frauen, die sich schminken, minderwertig sind, dann sind Mnner, die Phantasie haben, wertlos.

Nacktheit ist kein Erotikum, sondern Sache des Anschauungsunterrichtes. Je weniger eine anhat, um so weniger kann sie der besseren Sinnlichkeit anhaben.

Es kommt gewi nicht blo auf das uere einer Frau an. Auch die Dessous sind wichtig.

Die Weiber haben wenigstens Toiletten. Aber womit decken die Mnner ihre Leere?

Der sexuelle Mann sagt: Wenn's nur ein Weib ist! Der erotische sagt: Wenn's doch ein Weib wre!

Wer da gebietet, da Xanthippe begehrenswerter sei als Alcibiades, ist ein Schwein, das immer nur an den Geschlechtsunterschied denkt.

In der Erotik gilt diese Rangordnung: Der Tter. Der Zeuge. Der Wisser.

Das erotische Vergngen ist ein Hindernisrennen.

Nicht die Geliebte, die entfernt ist, sondern Entfernung ist die Geliebte.

Mit Frauen mu man, wenn sie lange fort waren, Feste des Nichtwiedererkennens feiern.

Als normal gilt, die Virginitt im allgemeinen zu heiligen und im besondern nach ihrer Zerstrung zu lechzen.

Es gibt kein unglcklicheres Wesen unter der Sonne als einen Fetischisten, der sich nach einem Frauenschuh sehnt und mit einem ganzen Weib vorliebnehmen mu.

Tnzerinnen haben die Sexualitt in den Beinen, Tenore im Kehlkopf. Darum tuschen sich die Frauen in den Tenoren und die Mnner in den Tnzerinnen.

Das Vollweib betrgt, um zu genieen. Das andere geniet, um zu betrgen.

Wenn der Dieb in der Anekdote stehlen geht, so hlt ihm der Wchter das Licht. Diese Situation ist auch den Frauen nicht unerwnscht.

Der ist ein unkluger Berater einer Frau, der sie vor Gefahren warnt.

Das hchste Vertrauensamt: Beichtvater unterlassener Snden.

Sie hatte so viel Schamgefhl, da sie errtete, wenn man sie bei keiner Snde ertappte.

Wohlttige Frauen sind oft solche, denen es nicht mehr gegeben ist, wohlzutun.

Da eine Frau bei naher Betrachtung verliert, ist ein Vorzug, den sie mit jedem Kunstwerk gemein hat, an dem man nicht gerade Farbenlehre studieren will. Nur Frauen und Maler drfen sich untereinander mikroskopisch prfen und ihre Technik abschtzen. Wen die Nhe enttuscht, der hat es nicht besser verdient. Solche Enttuschungen lsen ihm die Rosenketten des Eros. Der Kenner aber versteht es, sie erst daraus zu flechten. Ihn enttuscht nur die Frau, die in der Entfernung verliert.

Auch in mnnermordenden Geisteskmpfen kann man manchmal einer Frau einen Blumenstrau zuwerfen, ohne da die Menge es merkt. Aber bei der zweiten Lektre offenbart sich dem Feingefhl ein Pamphlet als Liebesbrief.

Viele Frauen mchten mit Mnnern trumen, ohne mit ihnen zu schlafen. Man mache sie auf das Unmgliche dieses Vorhabens nachdrcklich aufmerksam.

Da das Halten wilder Tiere gesetzlich verboten ist und die Haustiere mir kein Vergngen machen, so bleibe ich lieber unverheiratet.

Bei dem Vergngen, das einer am Betrug empfindet, ist die Schnheit der Frau eine angenehme, wenn auch nicht notwendige Begleiterscheinung.

Von einem Bekannten hrte ich, da er durch Vorlesen einer meiner Arbeiten eine Frau gewonnen hat. Das rechne ich zu meinen schnsten Erfolgen. Denn wie leicht htte ich selbst in diese fatale Situation geraten knnen.

Wenn ein Frauenkenner sich verliebt, so gleicht er dem Arzt, der sich am Krankenbett infiziert. Berufsrisiko.

Nur ein Mann sollte sich unglckliche Liebe zu Herzen nehmen. Eine Frau sieht dabei so schlecht aus, da ihr Unglck in der Liebe begreiflich wird.

Es geht nichts ber die Treue einer Frau, die in allen Lagen an der berzeugung festhlt, da sie ihren Mann nicht betrge.

Die anstndigen Frauen empfinden es als die grte Dreistigkeit, wenn man ihnen unter das Bewutsein greift.

Das Gesetz enthlt leider keine Bestimmung gegen die Mnner, die ein unschuldiges junges Mdchen unter der Zusage der Verfhrung heiraten und wenn das Opfer eingewilligt hat, von nichts mehr wissen wollen.

Die einen verfhren und lassen sitzen; die andern heiraten und lassen liegen. Diese sind die Gewissenloseren.

Mancher rcht an einer Frau durch Gemeinheit, was er durch Torheit an ihr gesndigt hat.

Hchster berschwang der Gefhle: Wenn du wtest, welche Freude du mir mit deinem Kommen bereitest - du ttest es nicht, ich wei, du ttest es nicht!

Auch als Massage kann die tiefe Kniebeuge vor einer Frau Wunder tun.

In der Liebe kommt es nur darauf an, da man nicht dmmer erscheint, als man gemacht wird.

Was ich wei, macht mir nicht hei.

Eine Frau mu wenigstens so geschickt kokettieren knnen da der Gatte es merkt. Sonst hat er gar nichts davon.

Es mssen nicht immer Vorzge des mnnlichen Charakters oder Geistes sein, was die Frauen zur Untreue veranlat. Was betrogen wird, ist vor allem die Lcherlichkeit der offiziellen Stellung, die der Besitzer einnimmt. Und dagegen bieten selbst krperliche Vorzge immer einen Schutz.

Es gengt, eine Frau anzusehen, um eine tiefe Verachtung fr ihre Liebhaber zu gewinnen. Nie aber mchte ich sie mit der Verantwortung fr diese belasten.

Wenn's einem kein Vergngen macht, eine Frau zu beschenken, unterlasse man es. Es gibt Frauen, gegen die ein Danaidenfa die reinste Sparbchse ist.

Ich kann mich so bald nicht von dem Eindruck befreien, den ich auf eine Frau gemacht habe.

Er war so eiferschtig, da er die Qualen des Mannes empfand, den er betrog, und der Frau an die Gurgel fuhr.

Vergleichende Erotik

So wird das Wunderbild der Venus fertig:
Ich nehme hier ein Aug, dort einen Mund,
hier eine Nase, dort der Brauen Rund.
Es wird Vergangenes mir gegenwrtig.

Hier weht ein Duft, der lngst verweht und weit,
hier klingt ein Ton, der lngst im Grab verklungen.
Und leben wird durch meine Lebenszeit

das Venusbild, das meinem Kopf entsprungen.

Es ist nicht wahr, da man ohne eine Frau nicht leben kann. Man kann blo ohne eine Frau nicht gelebt haben.

Der Mann hat den Wildstrom weiblicher Sinnlichkeit kanalisiert. Nun berschwemmt er nicht mehr das Land. Aber er befruchtet es auch nicht mehr.

Die Grnder der Normen haben das Verhltnis der Geschlechter verkehrt: sie haben das Geschlecht des Weibes in die Konvention geschnrt und das mnnliche entfesselt. So ist die Anmut vertrocknet und der Geist. Es gibt noch Sinnlichkeit in der Welt, aber sie ist nicht mehr die triumphierende Entfaltung einer Wesenheit, sondern die erbrmliche Entartung einer Funktion.

Das vom Mann verstoene "Weibchen" rcht sich. Es ist eine Dame geworden und hat ein Mnnchen im Haus.

Wenn die Natur vor Verfolgung sicher sein will, rettet sie sich in die Schweinerei.

Sittlichkeit ist das, was ohne unzchtig zu sein mein Schamgefhl grblich verletzt.

Kategorien

Ob sndig oder sittenrein?
Ob lebend oder schon begraben?
Doch teilt ihr sie auch in Gefallene ein
und solche, die nicht gefallen haben.

Der Philister verachtet die Frau, die sich von ihm hat lieben lassen. Wie gerne mchte man ihm recht geben, wenn man der Frau Schuld geben knnte.

Moralische Verantwortung ist das, was dem Mann fehlt, wenn er es von der Frau verlangt.

Ein Justizmord der Gesellschaftsordnung macht den andern notwendig. Da sie die Huren in die Familie gesperrt hat, mu sie die Mtter ins Bordell sperren. Es ist einfach eine Platzfrage.

Ein Bettler wurde verurteilt, weil er auf einer Bank gesessen und "traurig dreingeschaut" hatte. In dieser Weltordnung machen sich die Mnner verdchtig die traurig, und die Weiber, die lustig dreinschauen. Immerhin zieht sie die Bettler den Freudenmdchen vor. Denn die Freudenmdchen sind unehrliche Krppel, die aus dem Krperfehler der Schnheit Gewinn ziehen.

Wie stellen sich denn die Trpfe, nach deren Plan wir leben mssen, eine "Verworfene" vor? Neunzig unter hundert knnten sie ihren Kindern als Erzieherinnen geben. Es ist eine Freudenhausbackenheit, die selbst durch das Leben in einem Nonnenkloster nicht zu verderben wre.

Da eine Kokotte nach sozialen Ehren strebt, ist eine traurige Erniedrigung; aber sie entschdigt sich wenigstens durch heimliche Freuden. Viel verwerflicher ist die Praxis jener Frauen, die durch den Schein eines Freudenlebens ber ihre heimliche Ehrbarkeit zu tuschen wissen. Sie schmarotzen an einer sozialen Verachtung, die sie sich nicht verdienen; und das ist die schlimmste Art von Streberei.

Erotik ist berwindung von Hindernissen. Das verlockendste und populrste Hindernis ist die Moral.

Das Virginittsideal ist das Ideal jener, die entjungfern wollen.

Wird in Deutschland der dramatische Knoten noch immer aus der Jungfernhaut geschrzt?

Wir sagen "Geliebte" und sehen die Hhe des Pathos nicht mehr, aus der dies Wort in die Niederungen der Ironie gelangt ist, - tief unter die geachtete Mittellage der Ungeliebten. Der Sprachgeist will's, da die Geliebte eine Gefallene sei. Aber wenn Frauen, die geliebt wurden, "Gestiegene" hieen, unsere Kultur wrde bald auch diesen Namen mit der Klammer des Hohns umfangen.

Der verfluchte Kerl, rief sie, hat mich in gesegnete Umstnde gebracht!

"Gefallene Frauen?" In die Ehe gefallene Huren!

Es ist nicht Sitte, eine Frau zu heiraten, die vorher ein Verhltnis gehabt hat. Aber es ist Sitte, mit einer Frau ein Verhltnis zu haben, die vorher geheiratet hat.

Liebe soll Gedanken zeugen. In der Sprache der Gesellschaftsordnung sagt die Frau: Was werden Sie von mir denken!

Was doch die soziale Sitte vermag! Nur ein Spinnweb liegt ber dem Vulkan, aber er hlt sich zurck.

Eine Frau wird doch nicht so viel Rcksicht auf die Gesellschaft nehmen, da sie den Ehebruch immer begeht, den ihr die Leute nachsagen?

Das ist der Triumph der Sittlichkeit: Ein Dieb, der in ein Schlafzimmer gedrungen ist, behauptet, sein Schamgefhl sei verletzt worden, und erpret durch Drohung mit der Anzeige wegen Unsittlichkeit die Unterlassung der Anzeige wegen Einbruchs.

Die Moral ist ein Einbruchswerkzeug, welches den Vorzug hat, da es nie am Tatort zurckgelassen wird.

So will es die Gesellschaftsordnung: Wenn irgendwo ein Mord geschehen ist, wo zwei Leute auch zu einem Geschlechtsakt zusammengetroffen sind, so werden sie lieber den Verdacht des Mordes ertragen, als den des Geschlechtsverkehrs.

Die Sitte verlangt, da ein Lustmrder den Mord zugebe, aber nicht die Lust.

Auf die Frage, ob er denn wisse, was "unschicklich" sei, hat einmal ein kleiner Junge geantwortet "Unschicklich ist, wenn jemand dabei ist." Und der Gesetzgeber mchte immer dabeisein!

Enthaltsamkeit rcht sich immer. Bei dem einen erzeugt sie Pusteln, beim andern Sexualgesetze.

Sittlichkeit und Kriminalitt

Wir knnen ruhig schlafen,
weil man ins freie Feld
der Lust den Paragraphen
als Vogelscheuche stellt.

Doch Warnung lockt den Flieger,
die Scheuche schreckt den Schlaf;
die Lust bleibt immer Sieger,
ihr Schmuck der Paragraph!

Es wre eine interessante Statistik: Wieviel Leute durch Verbote dazu gebracht werden, sie zu bertreten. Wieviel Taten die Folgen der Strafen sind. Interessant wre es, zu erfahren, ob mehr Kinderschndungen trotz oder wegen der Altersgrenze begangen werden.

Keine Grenze verlockt mehr zum Schmuggeln als die Altersgrenze.

Die Strafen dienen zur Abschreckung derer, die keine Snden begehen wollen.

Ein Sittlichkeitsproze ist die zielbewute Entwicklung einer individuellen zur allgemeinen Unsittlichkeit, von deren dsterem Grunde sich die erwiesene Schuld des Angeklagten leuchtend abhebt.

Der Skandal fngt, an, wenn die Polizei ein Ende macht.

Sie richten, damit sie nicht gerichtet werden.

Quousque tandem, Cato, abutere patientia nostra!

Die Maitresse verbt die Freiheit in Einzelhaft.

Die Unsittlichkeit der Maitresse besteht in der Treue gegen den Besitzer.

Die Rechtsstellung des Zuhlters in der brgerlichen Gesellschaft ist noch nicht geklrt. Er ist ihr Auswurf. Denn er achtet, wo gechtet wird; er beschtzt, wo verfolgt wird. Er kann fr seine berzeugung auch Opfer bringen. Wenn er jedoch fr seine berzeugung Opfer verlangt, fgt er sich in den Rahmen einer Gesellschaftsordnung, die zwar dem Weib die Prostitution nicht verzeiht, aber die Korruption dem Manne.

Reinigung

Verachtung der Prostitution?
Die Huren schlimmer als Diebe?
Lernt: Liebe nimmt nicht nur Lohn,
Lohn gibt auch Liebe!

Weh dem armen Mdchen, das auf dem Pfade des Lasters strauchelt!

Erst Schutz vor Kindern, dann Kinderschutz!

Die Sndenmoral ist darauf aus, die Ursachen, auf die das Kinderkriegen zurckzufhren ist, zu beseitigen. Sie sagt, die Abtreibung der Lust sei ungefhrlich, wenn sie unter allen Kautelen der theologischen Wissenschaft durchgefhrt werde.

Es ist hchste Zeit, da die Kinder die Eltern ber Geheimnisse des Geschlechtslebens aufklren.

Wie lernt die Menschheit schwimmen! Man sagt ihr, wo die gefhrlichen Stellen sind, und da es eine Verbindung von Wasserstoff und Sauerstoff sei.

Der Unmoralprotz ist dem Moralprotzen verwandter als die Unmoral der Moral.

Im Sexuellen wird die Freiheit mit Ihren Feinden fertig, ohne der Gemeinheit als einer Bundesgenossin zu bedrfen.

Erkenntnisse des erotischen Lebens gehren der Kunst, nicht der Bildung. Nur manchmal mssen sie den Analphabeten vorbuchstabiert werden. Es kommt vor allem darauf an, die Analphabeten zu berzeugen, da sie ja die Strafgesetze machen.

Schnheit vergeht, weil Tugend besteht.

Der christliche Tierpark: Eine gezhmte Lwin sitzt im Kfig. Viele Lwen stehen drauen und blicken mit Interesse hinein. Ihre Neugierde wchst an dem Widerstand der Gitterstbe. Schlielich zerbrechen sie sie. Hnderingend flchten die Wrter.

Das Christentum hat die Zollschranken zwischen Geist und Geschlecht aufgehoben. Aber die Durchsetzung des Sexuallebens mit dem Gedanken ist eine drftige Entschdigung fr die Durchsetzung des Gedankenlebens mit dem Sexuellen.

Das Christentum hat die erotische Mahlzeit um die Vorspeise der Neugier bereichert und durch die Nachspeise der Reue verdorben.

Omne animal triste. Das ist die christliche Moral. Aber auch sie nur post, nicht propter hoc.

Gewissensbisse sind die sadistischen Regungen des Christentums.

Christlicher Umlaut

Seit die Lust aus der Welt entschwand und die Last ihr beschieden,
Lebt sie am Tag mit der Last, flieht sie des Nachts zu der List.

Die Tantaluswonnen gehren in die Mythologie des Christentums.

Man setzt sich heutzutage genug Unannehmlichkeiten aus, wenn man von einem Kunstwerk sagt, da es ein Kunstwerk sei. Aber man wrde gesteinigt werden, wenn man das so laut von einem Frauenkrper sagte, wie es gesagt werden mu, um ihn neu zu beleben. Denn die Sitte will seine Zerstrung, und durch Worte kann man Anmut zusprechen.

Es ist eine schlimme Zeit, in der das Pathos der Sinnlichkeit zur Galanterie einschrumpft.

Der Schnheit sei es ein Trost, da sich an den Mauern derselben Welt, die ihr den Quell absperrt, der Geist blutig stt. Sie mten sich beide verniedlichen, um erlaubt zu sein.

Die den Freudenbecher gewhrt haben, sterben an dem alkoholischen Gifttrunk, den ihnen die christliche Nchstenliebe reicht.

Als die Prinzessin bei der Drehorgel mit den Kutschern tanzte, war sie so schn, da der Hof in Ohnmacht fiel.

Weil beim Mann auf Genu Verdru folgen mu, mu folgen, da beim Weib auf Treue Reue folgt.

Er ist bescheiden aus tieferen Grnden,
das Gegenteil hat er bei ihr nicht erkannt.
Um seine Zigarre anzuznden,
entfacht er ihren Hllenbrand.
Das weitere, denkt er, wird sich finden,
so wie es sich seit jeher fand,

Einer riet, die Mnner sollten nicht, nachdem sie die Frauen genossen haben, ihnen ein verdrossenes Gesicht zeigen. Das ist leicht raten. Als ob mit einer guten Miene der Frau in dieser Lage geholfen wre! Je besser sie gelaunt bleibt, um so trister wird der Mann, und umgekehrt. Ein Schelm, der mehr gibt als er hat. Was soll man da tun?Jedenfalls keine Taktfrage aufwerfen, sondern fnf traurige Mnner hinschicken! Da wird sie schon die Unhflichkeit nicht merken.

Auch die Keuschheit wrde lieber zugeben, dich vor zwei Jahren erhrt als vor zwanzig abgewiesen zu haben.

Bei manchem Frauenzimmer kommt die Entrstung vor der Zumutung. Wie ungalant, diese nicht einmal nachzuholen!

Was tun sie, die weiblichen Mitglieder der Sittlichkeitsvereine? Sie geben sich der Abschaffung der Prostitution hin. Es geht doch um den Brand, auch wenn die Weiber nicht mehr brennen, sondern lschen wollen. Es geht um den Brand!

Von einem, der auf die Jungfrulichkeit seiner Angebeteten schwor, fand ich es nicht merkwrdig, da er sich das einreden lie, sondern da er sich das einreden lie.

Es gibt Mnner, die man mit jeder Frau betrgen knnte.

Eifersucht ist ein Hundegebell, das die Diebe anlockt.

Lieben, betrogen werden, eiferschtig sein - das trifft bald einer. Unbequemer ist der andere Weg: Eiferschtig sein, betrogen werden und lieben!

Da sie gesndigt hat, war christlich gehandelt. Aber da sie mich um die Beichte gebracht hat - !

Dem Gesunden gengt das Weib. Dem Erotiker gengt der Strumpf, um zum Weib zu kommen. Dem Kranken gengt der Strumpf.

Erotik verhlt sich zu Sexualitt wie Gewinn zu Verlust .

Es ist notwendig, weibliche Anmut auerhalb der Verwandtschaft zu genieen, weil man nicht dafr gutstehen kann, da sich nicht pltzlich die Unzulnglichkeit der Zge herausstelle. Ich plage mich und mache die Synthese - da kommt der Vater als Analytiker hinterher!

Die Moral im Geschlechtsleben ist das Auskunftsmittel eines Perserknigs, der das aufgeregte Meer in Ketten legte.

Eine Moral, welche aus der Gelegenheit ein Geheimnis gemacht hat, hat auch aus dem Geheimnis eine Gelegenheit gemacht.

Die Moral sagte: Nicht herschauen! Damit war beiden Teilen geholfen.

Der christlichen Ethik ist es gelungen, Hetren in Nonnen zu verwandeln. Leider ist es ihr aber auch gelungen, Philosophen in Wstlinge zu verwandeln. Und Gott sei Dank ist die erste Metamorphose nicht ganz so verllich.

Die Zerstrung Sodoms war ein Exempel. Man wird durch alle Zeiten vor einem Erdbeben Snden begehen.

Die Kinder wrden es nicht verstehen, warum die Erwachsenen sich gegen die Lust wehren; und die Greise verstehen es wieder nicht.

Wenn das Geschlecht nur an der Fortpflanzung beteiligt wre, so wre die sexuelle Aufklrung vernnftig. Aber das Geschlecht ist auch an andern Funktionen beteiligt, zum Beispiel an der sexuellen Aufklrung.

Der Geschlechtsverkehr kann sich in dieser Gesellschaftsordnung nicht ohne Totschlag abwickeln, genauso wie in diesem Lande der Bahnbetrieb nicht ohne Amtsehrenbeleidigung verluft. Die Norm dieser verkehrten Welt wre, da der Geschlechtsverkehr die Ehre und der Bahnverkehr das Leben bedroht.

Die Erotik ist von der Soziologie nicht mehr zu trennen und also auch nicht von der konomie. In irgendeinem Verhltnis steht die Liebe immer zum Geld. Es mu dasein, gleichgltig, ob man es gibt oder nimmt.

Die Moralisten struben sich noch immer dagegen, da der Wert der Frau ihren Preis bestimme. Inzwischen bestimmt lngst schon der Preis ihren Wert, und damit wird keine Moral fertig.

Als die Wohnungsmieter erfahren hatten, da die Hausbesitzerin eine Kupplerin sei, wollten sie alle kndigen. Sie blieben aber im Hause, als jene ihnen versicherte, da sie ihr Geschft verndert habe und nur mehr Wucher treibe.

Wenn sich die Snde vorwagt, wird sie von der Polizei verboten. Wenn sie sich verkriecht, wird ihr ein Erlaubnisschein erteilt.

Der Zuhlter ist das Vollzugsorgan der Unsittlichkeit. Das Vollzugsorgan der Sittlichkeit ist der Erpresser.

Moral ist die Tendenz, das Bad mit dem Kinde auszuschtten.

Die Liebe der Geschlechter ist in der Theologie eine Snde, in der Jurisprudenz ein unerlaubtes Verstndnis, in der Medizin ein mechanischer Insult, und die Philosophie gibt sich mit so etwas berhaupt nicht ab.

Der erotische Humor ist nicht Freiheit, sondern Ausgelassenheit, der Beweis der Unfreiheit. Sein Lachen ist nur die Freiheit vom Pathos. Dieser Humor ist der vergebliche Versuch des Mannes, sich ber seine berechtigte Traurigkeit hinwegzutuschen. Ein Humor mit umgedrehtem Spie. In ihm triumphiert der Mann, der es nicht mehr ist: soweit ist es ein mnnlicher Humor. Gelegenheit macht Verlegenheit, und der Mann besteht vor dem Weib vermge seiner Indiskretion. Eros hat vor der Tr des christlichen Geheimnisses geweint und geschwiegen: die drin aber haben gelacht und es weitererzhlt.

Wo wir starren, zwinkert die Moral.

Eine schne Welt, in der die Mnner die Erfllung ihres Lieblingswunsches den Frauen zum Vorwurf machen!

Die christliche Moral hat es am liebsten, da die Trauer der Wollust vorangeht und diese ihr dann nicht folgt.

Vor Erschaffung der Welt wird das letzte Menschenpaar aus dem Spitalsgarten vertrieben werden.

Es mu einmal in der Welt eine unbefleckte Empfngnis der Wollust gegeben haben!

Dieser Dichter war nur schamlos aus lauter Schamgefhl. Er schmt sich so sehr seiner Sittlichkeit, da er sich Stoffe umhing, an denen das Publikum Ansto nahm.

Wenn man nur beizeiten den Kindern verboten htte, sich zu schneuzen, die Erwachsenen wrden schon rot werden dabei.

Sexuelle Aufklrung ist jenes hartherzige Verfahren, wodurch es der Jugend aus hygienischen Grnden versagt wird, ihre Neugierde selbst zu befriedigen.

Sexuelle Aufklrung ist insoweit berechtigt, als die Mdchen nicht frh genug erfahren knnen, wie die Kinder nicht zur Welt kommen.

Es gibt eine Pdagogik, die sich schon zu Ostern entschliet, die Jugend schonend darauf vorzubereiten, was im geheimnisvollen Zimmer am Christbaum hngt.

Der Mann bildet sich ein, da er das Weib ausflle. Aber er ist nur ein Lckenber.

Liebe und Kunst umarmen nicht, was schn ist, sondern was eben dadurch schn wird.

Wand vor der Lust: Vorwand der Lust.

Erotik ist immer ein Wiedersehen. Sie zieht es sogar der ersten Begegnung vor.

Der schpferische Mensch sieht Helenen in jedem Weibe. Er hat aber die Rechnung ohne den Analytiker gemacht, der ihn erst darber aufklrt, was er eigentlich in Helenen zu sehen habe.

Vieles, was bei Tisch geschmacklos ist, ist im Bett eine Wrze. Und umgekehrt. Die meisten Verbindungen sind darum so unglcklich, weil diese Trennung von Tisch und Bett nicht vorgenommen wird.

Errten, Herzklopfen, ein schlechtes Gewissen - das kommt davon, wenn man nicht gesndigt hat.

In diesem Vergleich mssen sie's verstehen: Wie legen die Brger die Liebe an? Sie essen vom Kapital und haben es in der eisernen Kasse liegen.

Eiferschtige sind Wucherer, die vom eigenen Pfund die hchsten Zinsen nehmen.

Die wahre Eifersucht will nicht nur Treue, sondern den Beweis der Treue als eines vorstellbaren Zustande. Dem Eiferschtigen gengt nicht, da die Geliebte nicht untreu ist. Eben das, was sie nicht tut, lt ihn nicht zur Ruhe kommen. Da es aber fr Unterlassung keinen Beweis gibt und der Eiferschtige auf einen Beweis dringt, so nimmt er schlielich auch mit dem Beweis der Untreue vorlieb.

Eifersucht ist immer unberechtigt, finden die Frauen. Denn entweder ist sie berechtigt oder unberechtigt. Ist sie unberechtigt, so ist sie doch nicht berechtigt. Ist sie aber berechtigt, so ist sie nicht berechtigt. Nun also. Und so bleibt nichts brig als der Wunsch, einmal doch den Augenblick zu erwischen, wo sie berechtigt ist!

In der Liebe ist jener der Hausherr, der dem andern den Vortritt lt.

Der Sklave! Sie macht mit ihm rein was er will.

Die gebildete Frau ist unaufhrlich mit dem Vorsatz befat, keinen Geschlechtsverkehr einzugehen, und ist auch imstande, ihn, nmlich den Vorsatz, auszufhren.

Der gebildete Mann ist nie mit dem Vorsatz befat, keinen Gedanken zu haben, sondern es gelingt ihm, ehe er sich dazu entschliet.

Eine Frau mu so gescheit aussehen, da ihre Dummheit eine angenehme berraschung bedeutet.

Sinnlichkeit wei nichts von dem, was sie getan hat. Hysterie erinnert sich an alles, was sie nicht getan hat.

Die Huren auf der Strae benehmen sich so schlecht, da man daraus auf das Benehmen der Brger im Hause schlieen kann.

Da eine einen Brger ruiniert, ist schwache Entschdigung dafr, da sie einen Dichter nicht anregt.

Eine Dame scheint wohl wie die Sonne, darf aber mit ihr schon darum nicht verwechselt werden, weil sich die Sonne mit so vielen an einem Tage abgibt, whrend die Dame von Gott geschaffen ist, um einem einzigen Bankdirektor warm zu machen, womit sie auch alle Hnde voll zu tun hat, so da sie gar nichts anderes verlangt, indem sie wei, da es ihr so lange zugute kommt, bis sie kalt wird und bis auch der Bankdirektor das Bedrfnis fhlt, zur Sonne zu gehen, die sich mit so vielen an einem Tage abgibt, amen.

Es gibt Frauen, die auf ihrem Gesicht mehr Lgen aufgelegt haben als Platz ist: die des Geschlechts, die der Moral, der Rasse, der Gesellschaft, des Staates, der Stadt, und wenn es gar Wienerinnen sind, die des Bezirkes und die der Gasse.

Er war so unvorsichtig, ihr vor jedem Schritt die Steine aus dem Weg zu rumen. Da holte er sich einen Futritt.

Der Lebemann steht unter dem Philister, weil er als Beteiligter die Frau dem unbeteiligten Philister zur Verachtung zutreibt.

Was ist meine Liebe? Da ich die schlechten Zge am Weib zum guten Bild vereine. Was ist mein Ha? Da ich am schlechten Bild des Manns die schlechten Zge sehe.

Man kann eine Frau nicht hoch genug berschtzen.

Sie sagte, sie lebe so dahin. Dahin mchte ich sie begleiten!




Karl Kraus

Biographie

Balladen und Gedichte
"Zum ewigen Frieden" von Immanuel Kant!
(Aphorismen) 1915
(Aphorismen) Eros, Moral, Christentum
(Aphorismen) Kunst
(Aphorismen) Lnder und Leute
(Aphorismen) Nachts
(Aphorismen) Sprche und Widersprche
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(Aphorismen) Zuflle, Einflle, Stimmungen, Worte
An den Schatten der Annie Kalmar
Aphorismen
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Der Biberpelz
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Der Zeuge
Die Schuldigkeit
Eine neue Form der Banalitt
Fahrt ins Fextal
Fernes Licht
Heine und die Folgen
In diesem Land
Jugend
Lob der verkehrten Lebensweise
Man frage nich
Mensch und Nebenmensch
Mir san ja eh die reinen Lamperln
Nach dem Erdbeben
Nchtliche Stunde
Promesse
Sehnsucht
Sprachlehre
Und liebst doch alle, liebt dich einer so
Verbrecher gesucht
Vergleichende Erotik
Von den Gesichtern
Von den Sehenswrdigkeiten
Vorrte
Weihnacht
Zwei Lufer
Zwei Soldatenlieder
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