Balladen und Gedichte Songtexte und Volkslieder Wissen und Forschung Suche und Links
Autoren
Themen
Lnder

Arndt, Ernst Moritz
Arnim, Achim von
Brentano, Clemens
Browning, Robert
Busch, Wilhelm
Brger, Gottfried August
Chamisso, Adelbert von
Droste-Hlshoff, Annette von
Eichendorff, Joseph von
Ernst, Otto
Fontane, Theodor
Gerhardt, Paul
Goethe, Johann Wolfgang von
Grillparzer, Franz
Hagedorn, Friedrich von
Hebbel, Friedrich
Heine, Heinrich
Herder, Johann Gottfried von
Hofmannsthal, Hugo von
Housman, A.E.
Hlty, Ludwig Heinrich Christoph
Keats, John
Keller, Gottfried
Kraus, Karl
Liliencron, Detlev von
Meyer, Conrad Ferdinand
Mnchhausen, Brries Frhr. von
Mrike, Eduard
Ringelnatz, Joachim
Schiller, Friedrich
Storm, Theodor
Uhland, Ludwig
Weckherlin, Georg Rodolf

Die Nachtrheinfahrt

Ernst Moritz Arndt



Zwei schlugs nach Mitternacht. Wohl sieben Meilen
Hat ich am heien Sommertag vollendet,
Da sahen, wo die Sieg zum Rhein sich wendet,
Nur Mond und Sterne mich nach Mondorf eilen.

Es schliefen Mensch und Tier und Wald und Bume,
Die Vglein bargen unter stillen Flgeln
Die Schnbel, und die Stimmen, aus den Spiegeln
Des Tages spielten Bilderspiel die Trume.

Ich rief den Fergen, doch mir scholl's entgegen:
Er liegt am Ufer jenseits eingeschlafen,
Denn selten kommt zu unserm kleinen Hafen
Ein Wandrer her auf mitterncht'gen Wegen.

Doch steht ein Eichstock an der Sieg Gestade,
Und macht das schmale Fahrzeug euch kein Grauen,
So mgt ihr meiner Armeskraft vertrauen,
Ich rudr' euch mutig durch die Wellenpfade.

Geh! Hol! Er ging. Doch unterdes erblaten
Mond und Gestirne, schwarze Wolken zogen
Gewitternacht zusammen, Blitze flogen,
Die sich vom Ost zum West umarmend faten.

Der Eichstock kam. Sein blitzerhellter Treiber
Erschien mir nun, ein Mensch gewalt'ger Knochen,
Schwarz, dster, gleich dem Fhrmann viel besprochen,
Der weiland Geister fhrte dnnster Leiber.

Frisch sprang ich doch in diesen Charonsnachen,
Doch kaum das Viertel meines Wegs gefahren
Erpfiff ein Lispelwind, er pfiff Gefahren,
Die bald als Sturm und Donner sollten krachen.

Schon bebet die Natur, die Vglein sausen
Durch wilde Luft, mit Bellen, Heulen, Sthnen
Erwacht die Kreatur in Klagetnen,
Die kurz verhallend durcheinander brausen.

Der Ruf der Wchter, die die Nacht durchschreiten,
Schreit in geschwinder Angst aus dumpfem Horne,
Als bliesen sie ein Lied von Gottes Zorne,
Den jngsten Tag, den Untergang der Zeiten.

Und krach! schlgt's ein vor uns, die Wellen spritzen,
Der Nachen bumt sich wie zum letzten Sprunge
Ein fallend Ro, und aus dem Ruderschwunge
Entstrzen beide wir zugleich den Sitzen.

Ein Ruder brach, ein Vogel ohne Flgel
Fliegt nun das Schifflein fort. Gott sei uns gndig!
So rufen wir kleinmtig und kleinredig,
Der Wogenturm wird uns zum Grabeshgel.

Doch Wunder! wie wir kaum das Wort gesprochen,
Verstummt der Donner, und die Winde lispeln
Sich sanft zum Suseln ab, zum Zephirwispeln,
Das Morgenrot erglnzt aus Nacht gebrochen.

Wohin wir wollten, mu die Flut uns bringen,
Wir, die noch eben Tod in Tiefen sahen,
Schon knnen wir des Ufers Weiden fahen
Und bei Graurheindorf froh ans Ufer springen.

Die Lerche klingt, es klingt der Mensch den Morgen,
Wach auf, mein Herz, und singe! hr' ich klingen
Aus kleinem Huschen, mute mit es singen,
Bald lag ich in der Meinen Arm geborgen.




Ernst Moritz Arndt

Biographie

Balladen und Gedichte
Abendlied
Abschied von der Welt
Abschiedslied
Als ich ein Kind war
Als Thiers die Welschen aufgerhrt hatte
Alterswehmut
An die deutschen Frsten
An die Freunde Friedrich Dahlmann und Friedrich Welcker
An die Nachtigall
An die Wehmut
An Lili
Aus Frankfurt weg!
Ballade
Bundeslied
Danklied
Das Feuerlied
Das Gesprch
Das Grab
Das Lied vom Chasot
Das Lied vom Drnberg
Das Lied vom Feldmarschall
Das Lied vom Gneisenau
Das Lied vom Rhein an Niklas Becker
Das Lied vom Schill
Das Lied vom Siegerich
Das Lied vom Stein
Das Los des Schnen
Dem Probst Pritzbuer zu Garz in Rgen
Der alte Baum und ich
Der Fels des Heils
Der Freudenklang
Der Gott, der Eisen wachsen lie
Der grne Wald
Der Stein im Rhein
Der tapfere Knig von Preuen
Des deutschen Knaben Robert Schwur
Des Deutschen Vaterland
Des Knaben Abendgebet
Des Knaben Segen
Des Lilienmdchens Wiegenlied
Des Reisenden Abendlied
Des Zweiflers Unruh'
Deutscher Trost
Deutsches Kriegslied
Die Ausfahrt zur Heimholung des deutschen Kaisers
Die deutschen auswandernden Krieger
Die Feier des 18. des Weinmonds 1814
Die Leipziger Schlacht
Die Nachtrheinfahrt
Die Rheinfahrt
Drei Trostlieder aus dem Sommer von 1819
Einladung zum Tanz
Elegie
Erinnerung an Psychidion
Ermannung
Ermunterung
Freude
Frischauf
Frhling
Frhling im Alter
Frhlingslied
Frhlingslied an die Frmmler
Gebet an die Liebe
Gebet eines kleinen Knaben an den heiligen Christ
Gottes Gericht
Grablied
Gru der Heimat
Hahnenkrei des deutschen Morgens
Harald Schnhaar
Heimweh nach Rgen
Herzenssaitenspiel
Ihr Knige, gebt acht!
Karl Vollertsen, des Schleswigers, Grab
Klage um Auerswald und Lichnowsky
Klage um drei junge Helden
Klage um klein Scherzelein
Klage um Wilibald
Klinglieder
La klingen!
Leben
Lebenslied
Lebenstraum
Lerchengesang
Liebesnhe
Lied der Rache
Lieder aus dem Katechismus fr den deutschen Wehrmann
Lob des Eisens
Lug ins Leben
Lust des freien Geistes
Marsch!
Mein Blumenknig
Mein Lichtlein
Meine Grablegung
Mimerung unter deutschen Eichen
Mut des Verderbens
Rausche durch den Wald
Rechtes Geistesma
Ruf zu Gott
Scharnhorst der Ehrenbote
Schlachtgesang
Trinklied
Trost
Trost in Christo
Vaterlandslied
Verse zur Begleitung des Schillschen
Vorwrts
Waldgru
Warum ruf' ich?
Was Goldringlein sagen soll
Wer ist ein Mann?
Worte, gesprochen an Schills Grabe in Stralsund
Zorn und Liebe
Impressum   Kontakt




Magento Freelancer aus Köln Balladen.de - Startseite