Balladen und Gedichte Songtexte und Volkslieder Wissen und Forschung Suche und Links
Autoren
Themen
Lnder

.Aphorismen
.Aufstze
.Erzhlungen
Das Unheimliche
Einsamkeit und Fernweh
Freundschaft
Krieg und Feindschaft
Lebensaufgaben und Selbstfindung
Liebe und Romantik
Machtmibrauch, unrechtes Handeln
Mut und Wagnis
Natur
Religion und Gtter
Soziale Not und Armut
Tod
Versuchung und Verfhrung
Wanderschaft und Reisen

Die alte Waschfrau

Adelbert von Chamisso

Du siehst geschftig bei den Linnen
Die Alte dort im weien Haar,
Die rstigste der Wscherinnen,
Im sechsundsiebenzigsten Jahr.
So hat sie stets mit saurem Schwei
Ihr Brot in Ehr' und Zucht gegessen
Und ausgefllt mit treuem Flei
Den Kreis, den Gott ihr zugemessen.

Sie hat in ihren jungen Tagen
Geliebt, gehofft und sich vermhlt;
Sie hat des Weibes Los getragen,
Die Sorgen haben nicht gefehlt;
Sie hat den kranken Mann gepflegt;
Sie hat drei Kinder ihm geboren;
Sie hat ihn in das Grab gelegt
Und Glaub' und Hoffnung nicht verloren.

Da galt's die Kinder zu ernhren;
Sie griff es an mit heiterm Mut;
Sie zog sie auf in Zucht und Ehren,
Der Flei, die Ordnung sind ihr Gut.
Zu suchen ihren Unterhalt,
Entlie sie segnend ihre Lieben;
So stand sie nun allein und alt,
Ihr war ihr heitrer Mut geblieben.

Sie hat gespart und hat gesonnen
Und Flachs gekauft und Nachts gewacht,
Den Flachs zu feinem Garn gesponnen,
Das Garn dem Weber hingebracht;
Der hat's gewebt zu Leinewand;
Die Schere brauchte sie, die Nadel,
Und nhte sich mit eigner Hand
Ihr Sterbehemde sonder Tadel.

Ihr Hemd, ihr Sterbehemd, sie schtzt es,
Verwahrt's im Schrein am Ehrenplatz;
Es ist ihr Erstes und ihr Letztes,
Ihr Kleinod, ihr ersparter Schatz.
Sie legt es an, des Herren Wort
Am Sonntag frh sich einzuprgen,
Dann legt sie's wohlgefllig fort,
Bis sie darin zur Ruh' sie legen.

Und ich, an meinem Abend, wollte,
Ich htte, diesem Weibe gleich,
Erfllt, was ich erfllen sollte
In meinen Grenzen und Bereich;
Ich wollt', ich htte so gewut
Am Kelch des Lebens mich zu laben
Und knnt' am Ende gleiche Lust
An meinem Sterbehemde haben.




Balladen und Gedichte
Abschied
Abschied von der Jugend
Als ich ein Kind war
Am Strande
Am Turme
An Charlotte von Stein
An Fouqu
An Goethe, als er den Mahomet von Voltaire auf die Bhne brachte
Anfangs wollt ich fast verzagen
Archibald Douglas
Ballade
Ballade des ueren Lebens
Brief an Richard Dehmel
Das Alter
Das Glck
Das Gttliche
Das Lied vom braven Manne
Das Lied von der Glocke
Das Schlo der Vter
Der Bauer an seinen durchlauchtigen Tyrannen
Der goldene Ball
Der Kaiser und der Abt
Der Mensch ist frei
Der Mutter Wiederkehr
Der neue Diogenes
Der Szekler Landtag
Der Zauberlehrling
Die alte Waschfrau
Die Knabenzeit
Die Kraniche des Ibykus
Die Schwestern
Erinnerung
Fr meine Shne
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland
Hochzeitslied
I hoed and trenched and weeded
Im Herbst
Leander und Ismene
Lebenslauf
Legende
Lied des Lebens
Manche freilich...
Mein Beruf
Mut des Verderbens
Rat einer Alten
Scheiden und Meiden
Szene aus meinen Kinderjahren
Trost
Verklrung
Vom Heidenknaben
Was ist die Welt?
Wer ist ein Mann?
Wer nie sein Brot mit Trnen a
berlass es der Zeit
Impressum   Kontakt




Magento Freelancer aus Köln Balladen.de - Startseite