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Einsamkeit und Fernweh

Einsamkeit wird in den verschiedenen Epochen der Literatur unterschiedlich bewertet. In der Aufklärung (17. bis 18. Jahrhundert), die geprägt ist von Vernunftsdenken, ist Einsamkeit etwas Positives. Zur Zeit der Aufklärung geht es den Menschen um einen individuellen und gesellschaftlichen geistigen Emanzipationsprozess. Einsamkeit dient hier der Selbstbesinnung und der Selbstfindung.

In der Romatik (1795–1848) ist der Begriff der Einsamkeit eher schwermütig und melancholisch geprägt. Der Rückzug in die Einsamkeit ist weniger positiv geprägt und oftmals mit einem Rückzug von der Gesellschaft gleichgesetzt.

Im 19. Jahrhundert dient die Einsamkeit der Bildung einer individuellen Identität. Individualisierung ist hier die Abkehr von tradierten Rollen.

Im 20. Jahrhundert vermißt man die schützende Gemeinschaft und Einsamkeit ist vielmehr ein soziales Problem durch mangelnde Integration in die Gesellschaft.

Heute wird Einsamkeit mit sozialer Isolation gleichgesetzt und als Symptom der Single-Gesellschaft betrachtet.

Ein sehr bekanntes Modell für die Einsamkeit, geistliche Verstummung und Traurigkeit eines Lebewesens ist der Panther von Rainer Maira Rilke.

Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris



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