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Kleine Geschichte

Detlev von Liliencron

Frhsommer wars, am Nachmittag.
Der Weidorn stand in Blte.
Ich ging allein durch Feld und Hag
Mit sehnendem Gemte.

Es trieb mich in den Tag hinein
Ein zrtliches Verlangen
Nach dunkler Laube Dmmerschein
Und weichen Mdchenwangen.

Ich fand ein Wirtshaus, alt, bestroht,
Umringt von Baumgardinen.
Die alte Frau am Eingang bot
Gebck und Apfelsinen.

Im Garten: Schaukeln, Karoussel,
Und Zelte, bersonnte.
Ein Scheibenstand, wo man als Tell
Den Apfel schieen konnte.

Den Affen zeigt Neapels Sohn,
Die Kegelkugeln rollen.
Dort steigt ein roter Luftballon,
Um den die Kinder tollen.

Musik, Gelchter, Hopsasa,
Wo bleibt das hbsche Mdchen.
Da pltzlich in dem Tralala
Ein allerliebstes Kthchen.

Das war ein gar zu liebes Ding,
Goldregenberbogen.
Just kam ein kleiner Schmetterling
Dicht ihr vorbeigeflogen.

Ich stutzte berraschungsfroh,
Schaut' ihr in Auges Tiefe.
Wenn auch ihr Blick mich immer floh,
Die Augen waren Briefe:

"Geh' langsam durch den Garten hier,
Auf buntbelebten Wegen.
Wir treffen uns, ich komme dir
Von ungefhr entgegen."

So wandr' ich denn, und wie der Dieb
Schiel' ich in Nh' und Weite,
Ob bei der Mutter sie verblieb,
Ob sie mir an der Seite.

Indessen steht sie neben mir -
Ich kann nicht Worte finden.
Ein zwei, drei Zoll lang Fdchen schier
Knnt' uns zusammenbinden.

Im Saale trommelts, quikt und quackt
Der Geiger und der Pfeifer.
Wir tanzen bald in regem Takt
Den alten deutschen Schleifer.

Ich drcke sanft die kleine Hand,
Sie drckt die Hand mir wieder.
Wo dann den Weg mit ihr ich fand,
Da leuchtete der Flieder.

Bleib hier, bleib hier, bis Tageslicht
Und letztes Rot verblassen.
"Ach, Liebster, lnger darf ich nicht
Die Mutter warten lassen."

Bleib hier, ich zeige dir den Stern,
Wo einst wir uns gesehen.
Sieht er uns hier vom Himmel fern,
Dann bleibt er grend stehen.

"La mich, Herzallerliebster mein,
Die Mutter sucht im Garten".
So schleiche dir ich hinterdrein,
Und will im Dunkel warten.

Wenn alles schwarz und still im Haus,
Dann wart' ich in der Laube.
Wenn alles still, dann komm heraus,
Du meine weie Taube.

Es klingt die Thr, und gleich darauf
Huscht sie zu mir hernieder,
"Pst, nicht so strmisch, hr' doch auf,
Du weckst die Mutter wieder."

Von tausend Welten berdacht,
Die ruhig weiter gehen.
Es zog ein Stern um Mitternacht,
Und grend blieb er stehen.




Detlev von Liliencron

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