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Ulysses und Sirene.

Georg Rodolf Weckherlin

Sirene.

Kom her, du wehrter Griech kom her,
Woltest du nicht alhie anfahren?
Der Wind und das Mhr toben sehr,
Und alhie kan dich nichts befahren:
Alhie sehen und hren Wir
Der fr-schiffenden mh und klagen;
Alhie kanst du frlich mit mir
Alle sorg au dem hertzen jagen.

Ulysses.

Schne Nymf, wan man durch wollust
Ein groen namen kont erlangen,
So wolt ich deinen mund und brust
(So schn) gern kssen und umbfangen
Aber die mh und nicht die ruh
Kan recht eines mans leben zieren;
Keinem wehrten man steht es zu
Die zeit ppiglich zuverlieren.

Siren.

O Ulysses bethr dich nicht,
Das du ein lob bringest zuwegen;
Dan solches ja nur ein gedicht,
Und in andrer leut kpf gelegen;
Auch nur erfunden, unsern muht
Umb frewd und friden zu betriegen,
Und fr ruh (unser bestes gut)
Mit mh und streit uns zu vergnegen.

Ulysses.

Gaile Nymf, gesetzt weder lob
Noch geschray wr fr uns zufinden,
Wr es doch schlechter Manheit prob
Den lust sich lassen berwinden:
Dan eben nach mh und verdru
Kan man der ruh besser genessen;
So kan auch des lusts berflu
Uns sowol als die mh verdriessen.

Siren.

So ist der wollust nu der lohn
Und port, der Euch so lang vexieret;
Den Ihr oft, weil Ihr lang davon
Ihn zu vermehren, gar verlieret:
Mit wollust du abwechlen must,
Dich allzeit frlich zuerlaben:
Man kan ja so mancherlay lust,
Als vilerlay geschften haben.

Ulysses.

Doch sihet man, das nah und fern
Die Recht-edle der mh nachtrachten,
Und sie (sich damit bend gern)
Als Ihr Ewern wollust hochachten;
Und das sie stehts mit lieb und fraid
Ihrer verrichtungen gedencken,
Dan hingegen mit rew und laid
Die laster leib und sehl bekrncken.

Siren.

Das macht allein der falsch argwohn,
Den ein bser gebrauch vermehret,
Der klaidet manche werck mit hohn
Welche doch die Natur selbs ehret.
Unser kampf, gehend ab ohn blut,
Macht weder waisen noch witfrawen:
Und wazu ist doch der welt gut
Der Dapfersten stechen und hawen?

Ulysses.

Solcher flei, unruh, mh und streit
Seind oft nohtwendig bey den Stnden,
Die die Weiseste kpf allzeit
Der welt zu den besten anwenden;
Indem Sie schand, gewalt und list
Strafen, und das Recht recht verwalten;
Dan der Krieg selbs oft besser ist
Dan mit schand und bel frid-halten.

Siren.

Wol, Ulysses, ich kom zu dir,
Weil du ja nicht wilt zu mir kommen;
Und weil dein hertz nicht wirt von mir,
Wirt mein hertz von dir eingenommen:
Zwar ist mein verlust mehr mein pracht,
Dan so ich auch dich thet erwerben;
Dan Schnheit ist allein gemacht
Zu verdrben oder verderben.




Georg Rodolf Weckherlin

Biographie

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Die Ro.
Die zwlffte Ode. Ohn Lieb nichts dan Leyd.
Liebliches gesprch von der liebe.
Musicalische lieb
Myrta beklaget sich ber Filodors Ray.
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Nichts irdisches werhaft
Ode
Ulysses und Sirene.
Von lieben hnden.
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