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Danklied

Paul Gerhardt

Gott Lob! Nun ist erschollen
Das edle Fried- und Freudenwort,
Da nunmehr ruhen sollen
Die Spie und Schwerter und ihr Mord.
Wohlauf und nimm nun wieder
Dein Saitenspiel hervor,
O Deutschland, und sing Lieder
Im hohen vollen Chor.
Erhebe dein Gemte
Zu deinem Gott und sprich:
Herr, deine Gnad und Gte
Bleibt dennoch ewiglich!

Wir haben nichts verdienet
Als schwere Straf und groen Zorn,
Weil stets noch bei uns grnet
Der freche schnde Sndendorn.
Wir sind frwahr geschlagen
Mit harter, scharfer Rut,
Und dennoch mu man fragen:
Wer ist, der Bue tut?
Wir sind und bleiben bse,
Gott ist und bleibet treu,
Hilft, da sich bei uns lse
Der Krieg und sein Geschrei.

Sei tausendmal willkommen,
Du teure werte Friedensgab!
Jetzt sehn wir, was fr Frommen
Dein Bei-uns-wohnen in sich hab;
In dir hat Gott versenket
All unser Glck und Heil.
Wer dich betrbt und krnket,
Der drckt sich selbst den Pfeil
Des Herzleids in das Herze
Und lscht aus Unverstand
Die gldne Freudenkerze
Mit seiner eignen Hand.

Das drckt uns niemand besser
In unser Herz und Seel hinein
Als ihr zerstrten Schlsser
Und Stdte voller Schutt und Stein;
Ihr vormals schnen Felder
Mit frischer Saat bestreut,
Jetzt aber lauter Wlder
Und drre wste Heid;
Ihr Grber voller Leichen
Und blutgen Heldenschwei
Der Helden, derengleichen
Auf Erden man nicht wei.

Hier trbe deine Sinnen,
O Mensch, und la die Trnenbach
Aus beiden Augen rinnen,
Geh in dein Herz und denke nach:
Was Gott bisher gesendet,
Das hast du ausgelacht,
Nun hat er sich gewendet
Und vterlich bedacht,
Vom Grimm und scharfen Dringen
Zu deinem Heil zu ruhn,
Ob er dich mchte zwingen
Mit Lieb und Gutestun.

Ach, la dich doch erwecken,
Wach auf, wach auf, du harte Welt,
Eh als das harte Schrecken
Dich schnell und pltzlich berfllt!
Wer aber Christum liebet,
Sei unerschrocknes Muts,
Der Friede, den er gibet,
Bedeutet alles Guts.
Er will die Lehre geben:
Das Ende naht herzu,
Da sollt ihr bei Gott leben
In ewgem Fried und Ruh.




Paul Gerhardt

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