Balladen
und Gedichte
Songtexte
und Volkslieder
Wissen
und Forschung
Termine
und Aktionen
Umgedichtete
und neue Balladen
Suche
und Links
Forum
Autoren
Themen
Länder

Arndt, Ernst Moritz
Arnim, Achim von
Brentano, Clemens
Browning, Robert
Busch, Wilhelm
Bürger, Gottfried August
Chamisso, Adelbert von
Droste-Hülshoff, Annette von
Eichendorff, Joseph von
Ernst, Otto
Fontane, Theodor
Gerhardt, Paul
Goethe, Johann Wolfgang von
Grillparzer, Franz
Hagedorn, Friedrich von
Hebbel, Friedrich
Heine, Heinrich
Herder, Johann Gottfried von
Hofmannsthal, Hugo von
Housman, A.E.
Hölty, Ludwig Heinrich Christoph
Keats, John
Keller, Gottfried
Kraus, Karl
Liliencron, Detlev von
Meyer, Conrad Ferdinand
Münchhausen, Börries Frhr. von
Mörike, Eduard
Ringelnatz, Joachim
Schiller, Friedrich
Storm, Theodor
Uhland, Ludwig
Weckherlin, Georg Rodolf

Poesie

Annette von Droste-Hülshoff

Frägst du mich im Rätselspiele,
Wer die zarte lichte Fei,
Die sich drei Kleinoden gleiche
Und ein Strahl doch selber sei?
Ob ich's rate? Ob ich fehle?
Liebchen, pfiffig war ich nie,
Doch in meiner tiefsten Seele
Hallt es: Das ist Poesie!

Jener Strahl der, Licht und Flamme,
Keiner Farbe zugetan,
Und doch, über alles gleitend
Tausend Farben zündet an,
Jedes Recht und keines Eigen. -
Die Kleinode nenn' ich dir:
Den Türkis, den Amethisten,
Und der Perle edle Zier.

Poesie gleicht dem Türkise,
Dessen frommes Auge bricht,
Wenn verborgner Säure Brodem
Nahte seinem reinen Licht;
Dessen Ursprung keiner kündet,
Der wie Himmelsgabe kam,
Und des Himmels milde Bläue
Sich zum milden Zeichen nahm.

Und sie gleicht dem Amethisten,
Der sein veilchenblau Gewand
Läßt zu schnödem Grau erblassen
An des Ungetreuen Hand;
Der, gemeinen Götzen frönend,
Sinkt zu niedren Steines Art,
Und nur einer Flamme dienend
Seinen edlen Glanz bewahrt;

Gleicht der Perle auch, der zarten,
Am Gesunden tauig klar,
Aber saugend, was da Krankes
In geheimsten Adern war;
Sahst du niemals ihre Schimmer
Grünlich, wie ein modernd Tuch?
Eine Perle bleibt es immer,
Aber die ein Siecher trug.

Und du lächelst meiner Lösung,
Flüsterst wie ein Widerhall:
Poesie gleicht dem Pokale
Aus venedischem Kristall;
Gift hinein - und schwirrend singt er
Schwanenliedes Melodie,
Dann in tausend Trümmer klirrend,
Und hin ist die Poesie!




Annette von Droste-Hülshoff

Biographie

Balladen und Gedichte
Abschied von der Jugend
Am Bodensee
Am letzten Tag des Jahres
Am Turme
An die Weltverbesserer
An Levin Schücking
Das alte Schloß
Das Fegefeuer des westfälischen Adels
Das Fräulein von Rodenschild
Das Spiegelbild
Das öde Haus
Der Fundator
Der Geierpfiff
Der Graf von Thal
Der Graue
Der Knabe im Moor
Der kranke Aar
Der Mutter Wiederkehr
Der Schloßelf
Der Säntis
Der Teetisch
Der Tod des Erzbischofs Engelbert von Köln
Der Todesengel
Die Bank
Die rechte Stunde
Die Schmiede
Die Schwestern
Die Stiftung Cappenbergs
Die Taxuswand
Die Unbesungenen
Die Vendetta
Die Vergeltung
Fastnacht
Gedenk
Grüße
Im Grase
Junge Liebe
Katharine Schücking
Kinder am Ufer
Kurt von Spiegel
Lebt wohl
Mein Beruf
Meine Toten
Meister Gerhard von Köln
Poesie
Vor vierzig Jahren
Impressum   Kontakt




Magento Freelancer aus Köln Balladen.de - Startseite