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Der Erbe

Otto Ernst

Ich hebe meine Geige
ganz heimlich unters Kinn
und zieh mit leisem Bogen
ganz heimlich drber hin.

Da hebt mein blondes Dirnlein
den Fu zum Tanzeschritt;
der Braunen lichtes Stimmlein
singt schon die Weise mit.

Die Jngste wiegt ihr Pppchen:
Marie Maruschka-ka -
mit groen dunklen Augen
sitzt stumm mein Bube da.

Er kennt vor unserm Fenster
den alten Weidenbaum.
Wiegt auf dem hchsten Wipfel
im Winde sich ein Traum?

Mein Sohn, in meinen Tnen
hrst du der Winde Tanz?
Mein Sohn, in meinen Tnen
fliehst du der Wolke Glanz?

Mein Sohn, ich bin ein Knig,
willst du mein Erbe sein?
Du wirst im Sonnenpurpur
ein Frst der Ferne sein.

Ich hab' ein Schlo voll Schimmer
an einem fernen Meer -
heb' ich ans Kinn die Geige,
kommt Gru und Glck daher.




Otto Ernst

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