Balladen
und Gedichte
Songtexte
und Volkslieder
Wissen
und Forschung
Termine
und Aktionen
Umgedichtete
und neue Balladen
Suche
und Links
Forum
Autoren
Themen
Länder

Arndt, Ernst Moritz
Arnim, Achim von
Brentano, Clemens
Browning, Robert
Busch, Wilhelm
Bürger, Gottfried August
Chamisso, Adelbert von
Droste-Hülshoff, Annette von
Eichendorff, Joseph von
Ernst, Otto
Fontane, Theodor
Gerhardt, Paul
Goethe, Johann Wolfgang von
Grillparzer, Franz
Hagedorn, Friedrich von
Hebbel, Friedrich
Heine, Heinrich
Herder, Johann Gottfried von
Hofmannsthal, Hugo von
Housman, A.E.
Hölty, Ludwig Heinrich Christoph
Keats, John
Keller, Gottfried
Kraus, Karl
Liliencron, Detlev von
Meyer, Conrad Ferdinand
Münchhausen, Börries Frhr. von
Mörike, Eduard
Ringelnatz, Joachim
Schiller, Friedrich
Storm, Theodor
Uhland, Ludwig
Weckherlin, Georg Rodolf

Porphyrias Buhle

Robert Browning

Der Regen kam heut abend früh
der schwere Wind war schnell gefrischt
er riß die Wipfel durchs Gesprüh
und schlug den See zu wildem Gischt, -
mein Herz, halbtot, war ihm vermischt,

als zu mir glitt Porphyria; rasch
schloß sie den Frost und Sturm hinaus,
und kniet und schuf den Herd durch Asch
aufglühn, und warm das ganze Haus, -
dann stand sie, - zog den nassen Flaus

und Schleier ganz von der Gestalt, -
die schrumpften Handschuh fort, entband
den Hut und allen Haars Gewalt, -
das fiel; und saß, zu mir gewandt
und rief; tat, da kein Laut entstand,

sich meinen Arm rings um, und schloß
die Schulter auf, das Weiße bar,
und all ihr gelbes Haar weit los,
geneigt, und bettete mir dar,
und goß darauf ihr gelbes Haar,

flüsternd wie sie mich liebt - ah sie.
Zu schwach, ihr Herz, das, mich begehrend,
sich bäumt, vom Hochmut, drin's gedieh,
zu lösen, eitle Pflicht verzehrend,
und mein zu sein für immerwährend.

Doch Sehnsucht auch will ihren Preis,
noch starb heut nacht in Festes Brunst
dies jäh Mein-Denken; der so weiß
aus Sucht nach ihr; und allumsunst. -
So war sie hier, durch Guß und Dunst. -

Wahr, wahr, - ich sah zu ihr hinan
stolz, sehr stolz; endlich wußte ich's - trug's -
»Sie kniet vor mir!« Vom jähen Drang
erschwoll mein Herz, und schwoll und wuchs
als ich schon dachte meines Zugs:

Den Wink lang, was dort saß - mein war's,
mein, gut, zart, reinlich: eines Dings
Fund fiel mir zu, und ihres Haars
lang scheinigen Gelbstrang wand ich rings
um ihren winzigen Hals: so ging's

und würge tot: Qual macht ihr's nicht,
ich bin ganz ruhig, keine Qual.
Wie Knospen drin was summt, was bricht,
so ich ihr Lid: noch einmal Strahl
des blauen Auges sonder Mal.

Und ich entschnürte nächst das Band
um ihren Hals; der Wangen Flor
glomm neu von meines Kusses Brand:
Ich trug ihr Haupt, wie eh zuvor,
nur, meine Schulter stützt' empor

Jetzt ihren Kopf, der noch drauf hängt;
den kleinen rosig lächelnden, -
so froh, daß ihm sein Traum geschenkt
daß, was er haßte, nun dahin,
und ich, sein Wunsch, gewonnen bin!

Porphyrias Wunsch! sie ahnte nie
er war gewährt, und so, von dort;
und nun, dasitzen ich und sie,
und rührten uns die Nacht nicht fort,
und Gott sagt immer noch kein Wort.




Robert Browning

Biographie

Balladen und Gedichte
Porphyrias Buhle
Impressum   Kontakt




Magento Freelancer aus Köln Balladen.de - Startseite