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Das Kind

Friedrich Hebbel

Die Mutter lag im Totenschrein,
zum letztenmal geschmckt;
da spielt das kleine Kind herein,
das staunend sie erblickt.

Die Blumenkron' im blonden Haar
gefllt ihm gar zu sehr,
die Busenblumen, bunt und klar,
zum Strau gereiht, noch mehr.

Und sanft und schmeichelnd ruft es aus:
"Du liebe Mutter, gib
mir eine Blum' aus deinem Strau,
ich hab' dich auch so lieb!"

Und als die Mutter es nicht tut,
da denkt das Kind fr sich:
Sie schlft, doch wenn sie ausgeruht,
so tut sie's sicherlich.

Schleicht fort, so leis' es immer kann,
und schliet die Tre sacht
und lauscht von Zeit zu Zeit daran,
ob Mutter noch nicht erwacht.




Friedrich Hebbel

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