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(Aphorismen) Gott und Glauben

Wilhelm Busch

Nur was wir glauben, wissen wir gewi.

Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten.

Glaube durch Verstand gesttzt: Vogel, dem man eine Leiter bringt, dran in die Luft zu steigen.

Glaubenssachen sind Liebessachen.
Es gibt keine Grnde dafr oder dagegen.

Glaube beruht auf Ursachen, nicht auf Grnden.

Glck, Freiheit: Negationen der Wirklichkeit.

Frei ist der Anfang, und frei ist das Ende; was dazwischen liegt, ist notwendig.

Mit Gewalt ins Himmelreich:
Durch Wollen, nicht durch Grbeln.

Zuviel und zuwenig Vertrauen sind Nachbarskinder.

Wer anders glaubt, ist schlecht,
wer anders denkt, ist dumm.

Wer auf offener See fhrt, richtet sich nach den Sternen und dem Kompa
(Kein Baedeker zur See).

An der See hrt der Baedeker auf.

Der Zustand vor jedem Dasein war besser, war unsere Heimat.

Dreimnnerglaube - Dreimnnerwein.

Der philosophische Ballon steigt nicht ber die irdische Atmosphre hinauf.

Gott zieht an einer Hand, der Teufel an beiden Beinen.

Gott zieht nur an der Hand, der einen,
Der Teufel zieht an beiden Beinen.

Wird man aus einem Leben herausgeklopft, huscht man ins andere wieder 'nein.

Methaphysik und Worte! Das ist gerade so, als wenn man einem die Lehre von der Erbsnde auf der Flte vorspielte.

Gewisse Dinge greift man so vergeblich mit Worten an wie Geister mit Waffen.

Gewiheit gibt allein die Mathematik. Aber leider streift sie nur den Oberrock der Dinge.

Die sogenannten Wahrheiten habe ich doch ein wenig im Verdacht der Unbestndigkeit.

Was Frau Wahrheit betrifft, so zeigt sie sich selbst ihren intimsten Verehrern nur in keuscher Umhllung.

Worte scharwenzeln um die Wahrheit herum; sie ist keusch.

Es brenzelt schon nach dem Jngsten Tage.

Wenn Erbstrafe, dann wohl auch Erbsnde.

Der freie Wille: Vor der Vernunft ist er nicht zu erweisen, aber doch mu man ihn fordern, sonst hrt alle Selbstverantwortung auf.

Tausend Jahre, mit dem unendlichen Halm gemessen, sind blo ein Stck Hckerling.

Unsere Philosophie nach dem dreiigsten Jahre heit Glaube.

Wer je ein grndliches Erstaunen ber die WeIt empfunden, will mehr. Er philosophiert - und was er auch sagen mag - er glaubt.

Kinder, wie alle, die der Natur noch nher stehen, glauben ans Weiterleben, es komme, was wolle, und sie werden schon recht haben.

Nichts, was war, wacht auf, wie es einstmals gewesen ist.

Ein bigotter Rationalist

So sind wir Menschen. Wir singen und beten in aller Gemtlichkeit. Geht aber mal was quer, dann zeigt sich's, wie erbrmlich wenig Gottvertrauen wir haben.

Nur in der Tiefe der Seele, mit Hilfe jener Kraft, die strker ist als alle Vernnftigkeit, kann Trost und Ruhe gefunden werden.

Der Glaube soll ruhig auf seiner Burg bleiben, wo er sicher und geborgen ist.




Balladen und Gedichte
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