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Hymnus an die Morgensonne

Ludwig Heinrich Christoph Hlty

Dmmrung kleidet den Hayn in ihr graues Gewand,
Und die Kerzen der Nacht, die den Himmel beglnzt,
Legen den Schleyer an, den der kommende Tag
Rings um alle Gestirne webt.

Schweigen herrschet umher, nur posaunet der Hahn
Seinen Morgengesang, und erwecket das Dorf,
Und erwecket den Tag, der sein graulichtes Aug
Schon allmhlig zu ffnen beginnt.

Welche Nymphe besteigt itzt das rothe Gewlk,
Mit der Krone von Gold? Rosen bekrnzen ihr Haar,
Wo die Gttliche geht, keimen Blumen hervor,
Fllen Balsamgerche die Luft.

Sie bemahlet den Ost. Ists Aurora? Sie ists,
Sie, die Bothin des Tags! Freude tanzet ihr vor,
Heller wirbelt der Hayn, lauter gurgelt der Bach,
Durchs Gewinde des Veilchenthals.

Sie bestreuet die Bahn, welche die Sonne betritt,
Schon mit rthlichten und mit goldenen
Blumen, wandelt voran, mit dem Krbchen am Arm,
Den ihr Flora mit Rosen gefllt.

Sonne, was harrest du? Wandle der Schwester nach,
Die ihr Krbchen bereits ganz von Blumen geleert,
Geh aus deinem Gezelt, Mutter des Tags! hervor,
Und befunkle den Silberbach.

Sie zerreiet den Schleyr, der ihr Auge verhllt,
Zeigt die blitzende Stirn, hebt ihr funkelndes Haupt,
Welches die goldenen Locken umfliegen, empor,
Blicket Munterkeit ber die Flur.

Heil dir, Mutter des Lichts! Sie beschimmert den Hayn,
Der, am Fittig des Winds, auf dem Gebirge nickt,
Prgt ihr lachendes Bild in den Spiegel des Bachs,
Rthet die Busen des Blumenvolks.

Wie der Puls der Natur itzt so jugendlich klopft!
Wie des Waldes Musik von den Wipfeln ertnt!
Wie die Blume stolziert, und ihr seidenes Kleid
In vergoldeten Purpur taucht!

Durch dein Lcheln erweckt, Wolkenbewandlerin!
Schreitet der rege Flei durch das Aehrengefild,
Mengt das Sichelgerusch, und ein frhliges Lied,
In das Morgengeflster des Hayns.

Langsam wandelt der Hirt, und der Schfer aufs Feld,
ber den Morgenthau, welcher den Blumen entrollt,
Spielt auf seiner Schalmey se Zufriedenheit,
Und begret den jungen Tag.

Frhlich steht er am Bach. Um ihn tanzet die Ruh
Durch der Blumen Gewhl, hpfet im Sonnenschein
Jedes zitternde Blat, welches Entzckung spricht,
Flstert Vergngen in seine Brust.

Wr ich Schfer, wie er! knnt ich am Bache ruhn,
Wenn die Sonne dem Schoos rother Wogen entsteigt,
Und ihr funkelndes Bild in den Wellchen des Bachs,
In den Perlen der Wiese sehn!

Dir, o Mutter Natur, klnge mein Harfenspiel!
Seeliger wr ich dann, als ein Harpagon ist,
Dem ein Kasten voll Gold, und ein Busen voll Sturm,
Vom Geschicke zum Loose fiel.




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