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Im Supermarkt

Geschrieben von: Dieter Drobisch

„Wehe, wehe !“ ruft die Jette
Alfred zu aus ihrem Bette.
„Wenn ich es so recht bedenke,
sind sie leer, die Speiseschränke.
Hörst du Süßer, deshalb morgen
wollen wir für Nachschub sorgen.“
Alfred hört die Rede nicht,
verschlossen ist sein Angesicht.
Unschwer ist nun zu erkennen :
Hier ist Jette zu benennen.
Ihres Zeichens Frau von Fred,
die ihm treu zur Seite steht.
Sehr energisch ist die Dame,
Alfred ist wohl mehr der Zahme,
kämpft für alles unverdrossen,
was die Jette ihm beschlossen.

Es ist so etwa um halb zehn:
„Wir wollten doch zum Markte gehen !“
Alfred zuckt und sagt ganz scheu :
„Mein liebes Weib, das ist mir neu !“
„Mein lieber Mann, du bist ein Tor,
du hast doch selbst nichts andres vor !“
Er fügt sich still, sieht nicht mal rot
und sieht dann ein, dass Mangel droht.
Ist schönes Land ganz zugeparkt,
so ist nicht weit ein Supermarkt.
Alfred fährt zum Parkplatzende,
Jette fuchtelt schon behende.
Schnell ist Alfred engagiert,
dass er ihr den Wagen führt.
In des Marktes weite Mitte
lenkt nun Jette ihre Schritte.

Alfred doch, der Unverzagte
und vom Stresse sehr Geplagte
bleibt gleich vorn beim Biere stehn,
das findet Jette gar nicht schön.
„Denk doch an dein Leibeswohl !“
Sprach’s und ging zum Blumenkohl.
Aus der Kiste tiefstem Grunde
hob sie hoch die weisen Pfunde.
Und es wächst noch Jettes Toben
als sie sich vom Kohl erhoben.
„Alfred, sieh nur, diese Fülle,
ließ mal vor, du hast die Brille.“
Der Gatte ist, man staune sehr
nebst Wagenschieber auch Souffleur.
Von Ämterfülle fast erdrückt
ist der Gatte hoch beglückt.

Staunend ist der Alfred platt.
Was Jette so im Köpfchen hat !
Wie auf wundersame Weise
kennt sie alle Handelspreise.
Legt manchmal so mit Kennerblick
das Köstliche nach dort zurück,
wo Alfred es zuvor entnahm
und jenes wohl zu früh bekam.
Alfred hört den Ruf erschallen :
Jette sei ins Brot gefallen.
Das Frauchen fand ein frisches nicht,
verlor dabei das Gleichgewicht.
Der Gatte lässt den Wagen los
und hebt sie hoch :“Was machst du bloß ?
Sollst beim Einkauf nicht so toben,
das Gute liegt auch manchmal oben !“

Doch mit fliegendem Gewande
schwingt sie fort zum nächsten Stande.
Unweit dort im Emmerdinger
hat sie schon den Mittelfinger.
Sie zieht ihn raus :“Der ist nicht frisch !
Das sag ich dir, auf meinen Tisch
kommt der Käse nur ganz frisch !“
Tausend Äpfel hat die Halle
doch das Frauchen nimmt nun alle
einzeln in ihr süßes Händchen.
Alfred singt derweil ein Ständchen.
Doch listig hat er dann entdeckt :
E i n Äpfelchen hat sich versteckt
und er ruft aus vollen Wangen :
„ Dieses hier ist dir entgangen !“

Logistik ist dem Weibe fremd,
drum streunt die Jette ungehemmt
so ohne jeden Plan umher.
Alfred schreit :“Ich kann nicht mehr !“
Da droht sie aus dem Food – Bereich:
„Mein lieber Fred, ich komme gleich !
Im Baumarkt bist du nicht so dumm,
und stehst nicht so im Wege rum !“
Alfred muss sich redlich plagen :
Dorthin soll der Einkaufswagen
wo Jette durch Regale fegt.
Doch plötzlich ist er aufgeregt.
Die Luft ist weg, der Puls ist stumm,
Mit dumpfem Knall fällt Alfred um.

Gleich dort bei dieser Tiefkühltruhe
findet luftlos er jetzt Ruhe.
Erschrocken naht das Eheweib:
„Mein Freund, das ist kein Zeitvertreib,
hol’ mal Luft und komm zum Stehen,
ist ja gut, wir wollen gehen !“

In des Marktes langen Pfaden
hat sie doch recht viel geladen.
Die Gattin strahlt, das Band ist voll.
Man fragt sich nur wer’s essen soll !
Ächzend knackt die Autofeder.
Alfred zieht nun frei vom Leder :
„Mein armer großer Kofferraum,
vor Nudeln sieht man’s Werkzeug kaum !“
Nach Stunden ist das Haus erreicht,
da ruft die Jette froh und leicht :
Wir haben bei der Einkaufsfahrt
doch immerhin zwei Mark gespart.

diedro 11 / 95




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