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Dichter

Geschrieben von: Peter Borjans-Heuser

Wer reitet so spät auf der Welle vorm Wind?
Man sieht schon, dass das keine Seeleute sind.
Es sind große Dichter in schwankendem Kahne:
Friederich Schiller, Goethe, Fontane
und Heinrich Heine und noch ein paar kleine.
Aber Seeleute sind es, wie gesagt, keine.

Die Dichtersleute strecken sich
hin auf das Deck und recken sich.
Sie segeln lustig nach Norderney
und singen und dichten Gedichte dabei.

Doch mit des Geschickes Mächten
ist kein ewger Bund zu flechten.
Der Kahn ist kurz, die Reu ist lang!

Wild zuckt der Blitz.
Im fahlen Lichte droht ein Sturm.
Der Donner rollt.

Da gießt unendlicher Regen herab,
von den Bergen stürzen die Quellen
und die Bäche, die Ströme schwellen.

Doch die Dichter singen: „Halli, hallo!
Noch 30 Minuten bis Buffalo.“

Goethe brüstet sich frech und lästert wild.
Die Dichterschar ihm Beifall brüllt.

Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
verderblich ist des Tigers Zahn,
jedoch am schrecklichsten erschrecken
kann der Mensch in einem Kahn.

Immer neue Güsse
bringen Unwohlsein.
Ach! Und hundert Flüsse
stürzen auf sie ein.

Der Damm zerschmilzt, das Feld erbraust,
die Fluten wühlen, die Fläche saust.
Boot oben, Boot unten, ein Höllentanz!
Nun muss es zerschmettern!- Nein, es blieb ganz!

Da sprach ein Herr Holger aus Dänemark:
„Wir können zwar Harfe schlagen,
doch was nützt uns das, wenn also stark
die Wind und Wellen jagen?“

Krachen und Heulen und berstende Nacht,
Dunkel und Flammen in rasender Jagd.

Alles rennet, rettet, flüchtet,
taghell ist die Nacht gelichtet.
Durch der Hände lange Kette
um die Wette fliegt der Eimer.

Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
wird irgendwann man innehalten.
Die Dichterschar saß bald durchgraut,
und saß gar still, gab keinen Laut.

Goethe stieren Blicks da saß,
mit schlotternden Knien und totenblass.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
teilt sich die Flut empor.
Aus dem bewegten Wasser rauscht
ein feuchter Leib hervor.
Er weiß nicht, was soll es bedeuten.

„Ich trage euch Dichter durch die Flut!
Noch reicht sie nicht hoch, ich wate gut!
Ich bin’s, John Maynard!“

„John Maynard? Wer ist John Maynard?“

Aus den Wassern schallt es Antwort
und in Wirbeln klingt es wieder:
„John Maynard war unser Steuermann,
aushielt er, bis er das Ufer gewann.


Edel ist der Mensch, hilfreich und gut!“
Goethe wirft sich hinein in die brausende Flut
und will John Maynard umarmen.
Möge Gott sich seiner erbarmen!

Schiller trotzt den Temp’raturen,
ist von Goethes Sprung entzückt.
Errötend folgt er seinen Spuren.
Beide sind zum Schluss verrückt.

Da gähnet und wirbelt der schäumende Schlund
und ziehet Goethe und Schiller zu Grund.
Zur Rechten sieht man wie zur Linken
einen Dichter niedersinken.

Noch einmal blickt man zum Himmel hinauf,
da nehmen die schmeichelnden Fluten sie auf.

„Hier treffen wir drei wieder zusamm?“-

„Ich sei, gewährt mir die Bitte,
in eurem Bunde der Dritte.“-

„Er stirbt mit uns, unsre Liebe sein Lohn.“-

„Geschlechter kommen, Geschlechter gehen,
hirschlederne Reithosen bleiben bestehen.“-

„Tand, Tand
ist das Gebilde von Menschenhand.“-

„Belsazar ward in selbiger Nacht
von seinen Knechten umgebracht.“-

„So spendet Segen noch immer die Hand
des von Ribbek auf Ribbek im Havelland ...“

(Ich glaube, die Wellen verschlingen
am Ende Dichter und Kahn.
Das hat ihr Dichten und Singen
vor Norderney getan.)




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