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Drei Sekunden

Geschrieben von: Olaf Koenig


Die Stunde schlägt sechs Uhr in der Früh,
es ruft des Tages zu schindende Müh.
Raus aus den Federn und nach Wäsch´ und Kaffee
hinauf auf das Drahtroß, zur Arbeit er geh´.

Der Weg ist weit, das Wetter ist kalt,
das Fahren im Dezember keine Freude halt.
Drum schnell durch die Gassen raus auf die Flur,
wie jeden Morgen drängelt die Uhr!

Er treibt sei Rad schnell an Feldern vorbei,
liegen all´ noch im dunklen Einerlei.
Hört nur Geräusche im Schein seiner Lampe -
der Wind spielt auf Zweigen seine Klampfe.

Jetzt wird es lauter, es rauscht nun der Wald
und nun beklimmt´s ihn, denn er weiß: Bald,
am Ende der Bäume, da fließt der Strom,
ihn scheint´s, als könnt er ihn hören schon!

Leis´ spricht er Mut sich: „‘s ist nur ein Fluß,
den ich dort überqueren muß.
Gefahr droht nicht, die Brücke aus Stein
Wird wie immer mein Retter sein!“

Doch je näher er kommt desto größer der Hohn,
den er hört in seinen Worten schon.
Er kann nicht umhin – sie packt ihn jetzt,
die Angst, die fast ihn zu Tode hetzt.

Schon kann er, statt der Blätter rauschen
der tosenden Wasser Geheule lauschen:
Es will ihn verschlingen, er hört es schon schmatzen,
es wird nach ihm greifen mit wässrigen Tatzen.

Da vorn das Geländer – biegt es sich nicht
unter der brüllenden, tobenden Gischt?
Ist die Brücke noch ganz? Stein noch auf Stein?
Oder trügt ihn im Dunkeln etwa der Schein?

Nun ist er da und mit Todesmut
trotzt er der unter ihm reißenden Flut,
er tritt die Pedale, er will nur fort,
von diesem unglückseligen Ort.

Die ersten zwei Meter sind gemacht,
doch schwindelig wird´s ihm, wie er sich‘s gedacht –
tief unter ihm weiß er das gurgelnde Dunkel
hie und da ein silbriges Funkeln.

Er schließt die Augen und strampelt weiter –
das Wasser will ihn: „Komm!“ sagt es heiter.
„Nein!“ schreit er, „nicht in tausend Jahren
sollst Du mit mir zum Meere hin fahren!“

Er ist jetzt auf der Brücke Mitte,
und wie immer entwischt es ihm: „Bitte,
laß mich in Ruhe, Du elender Fluß!
Warum ich hier nur entlang fahren muß?“

Ein Laster fährt plötzlich mit über die Brücke.
Sieh nur: Ist dort vorn nicht jetzt eine Lücke?
Ist da nicht ein großes Loch im Beton?
Doch der Laster braust unbeschadet davon.

„Weiter, weiter, nur immer schneller!“
Er tritt ins Pedal: „Dort vorn wird es heller!“
Dort leuchtet das Ufer mit Schnee auf dem Acker
„Schneller, du schaffst es, halte Dich wacker!“

Schon ist er am Ufer, das Geländer wird kleiner,
das Tosen des Wassers mit einem mal feiner,
das Brüllen der Fluten – jetzt ein Säuseln in Tüll –
war das nicht eben noch Todesgebrüll?

Erleichtert setzt er die Fahrt nun fort,
noch zehn Kilometer zum Arbeitsort
Er hat sie mal wieder heil überwunden,
die verhassten täglichen drei Brückensekunden.




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