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Karl Wittig

Geschrieben von: Michael Eisele

"Heut wird dir, Karl Wittig der Hals gestreckt
und morgen da schmausen die Bösen.
Husch, husch meine Liebe, die Tafel gedeckt,
schlag zwölf ist der Bursche gewesen."

So prahlte der Richter und rieb sich die Hand:
Heut will mich das Schicksal beschenken.
Ihm reich ich zum Abschied ein glänzendes Band,
daran soll er meiner gedenken.

"Du hast ihm, lieb Gattin, ein Halsband gestrickt,
du hast es mit Litzen verhäkel,
darinnen Karl Wittig noch heute erstickt,
drei Zoll und ein halber geräkelt."

Er strich übers Muster und küßte den Rand
und lobte die Frauen, die Treuen:
"Ein lächelndes Herz, eine emsige Hand,
daran kann ein Mann sich erfreuen."

"Die Maschen, lieb Gatte," so meinte sie dann,
"ich muß sie noch ziehen, noch fassen.
Drum leg dirs Gebinde, leg's selber mal an.
so kann ich es heften nach Maßen."

Kaum waren die Worte verklungen, verhallt,
schon lag ihm das Band an dem Nacken.
"Beeil dich mein Täubchen, die Stunde kommt bald,
schlag zwölf soll die Schlinge ihn zwacken."

So sprach Johann Urich und seht wie er lacht,
die Rache, sie ist ihm gelungen.
Er hat es mit List, ja mit Tücke vollbracht,
den Buhlen ins Grabe gerungen.

Den Mord an dem Schwäher, die blutige Tat,
Hans Urich hat selber begangen.
Er stach ihren Vater, den gütigen Rat,
drum wird nun Karl Wittig gehangen.

Doch seht wie die Schlinge sich schmiegte an ihn,
als hätt sie ein Opfer gefunden.
Die Maschen begannen sich enger zu ziehn,
das wollte Hans Urich nicht munden.

"Zum Henker mein Täubchen, was geht denn hier vor?
Dein Strickwerk beginnt mich zu plagen.
Nimm ab das Gewebe, mir saust's schon im Ohr,
hinweg mit dem tückischen Kragen!"

So rief Johann Urich und hob seine Hand,
er wollte den Bund von sich lösen.
Doch wie er auch raufte und zerrte am Band,
fest hielten die Maschen und Ösen.

Und weil er sich wehrte und krümmte vor Pein,
begann ihn Frau Helga zu necken:
"Ei, tritt mir zum Tanze, auf, schwing mir das Bein,
so lob ich den tapferen Recken.

Dir hab ich oh Gatte ein Halsband gestrickt,
darin sollst du heut noch verderben.
Ich hab es mit Haß. mit Vergeltung bestickt,
schlag zwölf wird der Satan dich erben.

Du hast mir den Liebsten, Karl Wittig geraubt,
den Vater in Tücke erstochen.
Fluch dir, Hans Urich und Zorn deinem Haupt,
das hab ich gelobt und versprochen."

Kaum waren die Worte verklungen im Saal,
da schlugen die Glocken zur Stunde.
Hans Urich wurd still, wurd bleicher und fahl,
so ging er schlag zwölf Uhr zu grunde.




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