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Ralf und Christin

Geschrieben von: Anneli Treibig

Auf uns'rer Erde großer Bühne,
spielen alle Menschen kurze Zeit,
das Spiel von Liebe, Schuld und Sühne
und glauben an die Ewigkeit.

Hier treffen sich Ralf und Christin,
voll Hoffnung, Unschuld und Verlangen.
Doch alles Glück ist nur gelieh'n,
Vollendng niemals zu erlangen.

Zwei Leben stehen sich gegenüber,
beide haben das Gefühl.
kein Weg geht am Anderen vorüber.
Die Entscheidung der Herzen fiel.

Wortlos, staunend und erschrocken,
sehen sie einander an
und mit sehnsüchtigem Locken,
bricht Ralf das Schweigen dann.

,,Diamanten können nicht so strahlen,
wie Deine Augen Feuerglanz.
Komm laß uns Bilder der Zukunft malen
und knüpfen einen Liebeskranz.

So wie die Rose seh' ich Dich;
nein, wie die wilde Orchidee.
und schöner wirst Du noch durch mich,
ich tu' Dir niemals weh!''

Er spricht zu ihr mit Engelszungen.
Ralf ist ein schöner, stolzer Mann.
Er hüllt sie ein mit Huldigungen,
bis sie ganz in seinem Bann.

Christin, klein, zart und unentschlossen,
kommt näher zu ihm, Schritt für Schritt.
im Gefühl ist sie vor ihm zerflossen,
Sie haucht: ,,Wohin nimmst Du mich mit?''

,,Ach komm, sei nicht so wie Kind,
hab keine Angst und tanz mit mir,
dahin, wo wir dann glücklich sind.
All' meine Liebe geb' ich Dir.''

Er nahm Christin mit seinen Händen.
Er tanzt und singt im Sonnenschein.
,, Mit Dir will ich den Tag beenden,
Du bist für mich wie wilder Wein!''

Sie drehen sich tanzend zu Ralf's Haus,
ein Weg durch Blumen, schöne Düfte.
,, Wir gehen zusammen ein und aus
und träumen durch die milden Lüfte.''

,,Hier ist für Dich das Allerbeste!''
Christin glaubt, es ist nur ein Traum.
,, Ist so des Lebens bunte Weste?''
Christin zittert, glaubt es kaum.

Ralf trägt sie sanft auf feine Kissen,
er streichelt zart ihr langes Haar.
,,Ich möchte nie mehr Dich vermissen,
wir sind bald ein Liebespaar!''

Und so liebten sich die Beiden,
nur Fantasie und Impression.
Beinahe sind sie zu beneiden,
Empfindung wird oft zur Depression.

Ralf wirft sich auf den Boden plötzlich,
er keucht, es schäumt aus seinem Mund.
Er schlägt wild auf den weichen Teppich,
Christin schreit: ,,Bist Du gesund?''

Liebster, was hast Du in Deinem Blick?
Ich habe Angst vor Dir.
Ralf wach auf und komm zurück!
Was willst Du jetzt mit mir!

Deine Augen starren richtig fremd,
dein Mund ist ganz verzerrt.
Meine Zunge ist vor Furcht gehemmt,
die Luft mir abgesperrt!''

Oh Ralf, sag bitte nur ein Wort,
ich halt' es nicht mehr aus.
Du bist von mir jetzt so weit fort,
komm aus dem Stillstand raus!''

Erschrocken sieht er auf Christins Gestalt,
was hab' ich nur gemacht?
Ihre Hände sind so eisig kalt.
,,Was hat mein Kopf vollbracht?''

,, Christin, mein Lieb', laß mich Dir sagen,
ich bin nicht so wie Du.
Wie konnte ich es mich nur wagen,
das ich Dir so was tu'!

Ein Dämon hat eine Seite,
von meiner Seele mir zerstört
als ob mich oft der Teufel reite,
kein Arzt hat mich erhört.

Ich weiß nicht, was ist Wirklichkeit,
es kommt etwas in meinen Sinn,
etwas Fremdes aus der Ewigkeit,
ja, so ist der Beginn.

Es nimmt Besitz von meinem Denken,
ich kann nichts Anderes tun.
Ich lasse mich davon so lenken,
es läßt mich niemals ruh'n!

Christin, Du kannst mir Heilung bringen,
ich schenk mich Dir als Lohn.
Durch Deiner Liebe zarter Schwingen,
vertreibst Du den Dämon.

Sprich bitte niemals in der Welt,
von uns aus dieser Sicht.
Kein Gott ist's, der mich so entstellt
und mich verzerrt in Deinem Licht.''

,,Ralf, niemals werde ich Dich verlassen.
Kein Mensch wird je davon erfahr'n.
Durch mich wird diese Macht verblassen,
sie wird nicht mehr auf Dich beharr'n!''

Schluchzend hält sie ihn umschlungen.
Hoffnung ist in seinem Blick.
War es ihr doch schon gelungen,
er kam zur Wirklichkeit zurück.

So gingen Tage, wie auch Nächte,
mit süßer Nähe, Zärtlichkeit.
Nichts was auch nur Schaden brächte,
zerstörte ihre Innigkeit.

,,Meinen Namen möchte ich Dir geben,
gleich morgenkündige ich es an.
Und soll die Erde dann auch beben,
glaub mir, daß ich nicht anders kann!''

,, Ralf ja, ich will ein Leben lang
in Deinen Armen liegen.
Ich liebe Deiner Stimme Klang,
kein Andrer soll mich kriegen!''

Ein großes Fest mit vielen Gästen,
zauberhafter Himmelschor,
unwirklich, wie aus Traumpalästen,
hebt sich das junge Paar hervor.

Eltern, Freunde aus Nah und Fern,
nahmen teil an diesem Festbankett.
Ein Fremder klopft mit großem Lärm,
plötzlich an des Tafels Brett.

,, Hört mir zu, ich will Dank Euch sagen,
daß ich hier in diesem Haus.
Von draußen hörte ich Trauerklagen,
hier drin ist aber Freudenschmaus.

Im Hof, da weinten alte Frauen,
sie zerrten mich durch die Küche rein.
Sie glauben, daß das große Grauen,
lädt hier zum Abschlußfeste ein.

Eine Hochzeit mit bestimmten Ende,
eine junge Frau mit Unschuldsblick.
Ein Gemahl, den der Teufel sende,
aus seiner Grusel-Seelenfabrik.

So unken draußen auch die Eulen,
drum bin ich schnellstens rein geeilt.
Es wäre ein Grund zum Heulen,
wewnn hier des Teufels Wahn verweilt!''

Ralf wird ganz weiß und steht nun auf.
,,Sag Fremder, wo kommst Du her?
Was stört Dich an meines Glückes Lauf,
komm, stelle Dich zur Wehr!''

Ralf ging mit hartem, schnellen Schritt
auf den fremden Störer zu.
Er faßte seine Hand, die ihm entglitt,
in ein Nichts und rundum war Ruh.'

Christin kam trippelnd ihm schnell nach.
,, Ralf, wo wolltest Du nun hin,
willst Du in Dein Schlafgemach?
Was raubt Dir Deinen Sinn?''

,, Hast Du gehört, was der Herr gesagt,
hast Du ihn schon mal hier geseh'n?
Nur deshalb allein bin ich verzagt,
ich glaub' Du wirst mich gut verste`h'n!''

,, Wer Ralf, sag mir, wer war denn hier,
wer hat hier das gewagt?''
Ralf wird weiß, er geht zur Tür,
jetzt hat er Angst, die furchtbar nagt.

,, Es war ein kleiner, dummer Scherz,
ich wollte nur mal seh'n,
ob Dein kleines, liebes Herz,
versucht mich zu versteh'n.

Komm kleine Fee, komm tanz mit mir,
es ist doch unser Ehrenfest!
Meine Seele sehnt sich so nach Dir,
ich freu' mich auf unser Liebesnest!''

Glücklich geht der Abend zu Ende.
Er trägt sie sanft ins Schlafgemach.
In Liebe greift sie seine Hände.
Es war ein wunderschöner Tag.

Eben noch vor Liebe benommen,
kommt eine neue Realität.
Ralfs Bewußtsein hat einen Ruf vernommen,
ein Befehl, der alles Leben schmäht.

Ein Schrei kommt tief aus seiner Brust,
er läuft aus diesem Zimmer.
Er ist sich seiner nicht bewußt,
sein Brüllen wird zum Angstgewimmer.

,, Christin, bitte umarme mich,
Ich brauch Dich jetzt so sehr.
Eile, liebe, küsse mich,
mir schmerzt mein Kopf so sehr.''

Vor Schmerz gekrümmt, kaum zu erkennen,
stammelt er liebe Worte aus.
Der Dämon in ihm gewinnt das Rennen,
Ralf schreit: ,, Christin, hilf mir daraus!''

Christin spricht zitternd unter Tränen:
,, Dein Dämon will den Tod für mich.
Spürt er nicht mein tiefes Sehnen,
ich liebe, liebe wirklich Dich!

Oh Dämon, laß mich Dich vertreiben,
nimm mir nicht die letzte Kraft.
Kann meine Liebe nicht verbleiben,
habe ich das denn nicht geschafft?''

Und langsam geht sie zu Ralfs Körper,
sie beugt sich bebend zu ihm hin,
leise haucht sie zarte Wörter.
,, Ralf, weißt Du wer ich bin?''

,, Du bist mein Feind, mein allergrößter,
du willst mein Leben ruiniern.
Du spielst die Rolle als mein Tröster,
du willst nur triumpfieren!

Ich bring' Dich um, Du Teuflin Du.
Er springt auf und schlägt mit Fäusten
auf Christin ein, ohne Ruh'.
Ich hasse Dich am Allermeisten!''

Dabei würgt er sie und schreit,
sie liegt noch auf der Treppe.
,,Komm raus aus Deiner Schweigsamkeit,
bevor ich Dich verschleppe!''

Jetzt wird er ruhig und nachdenklich,
wie irre ruft er nach Christin.
Sie schaut und weint ganz bitterlich
und geht noch zu ihm hin.

Und wieder ist es einfach still,
von seinem Wahn getrieb'ner Kraft.
Doch überwiegt des Dämons Will',
in seinem Kopf die Klarheit klafft.

Christin fällt zu Boden im Gebet
und ruft Got hab' Erbarmen.
,,Helf ihm, bevor es ist zu spät,
nimm ihm den Fluch dem Armen!''

Vergebt Gott, überall ist mein Blut,
vergebt, was war in dieser Nacht.
,,Komm Ralf, ich meine es doch gut,''
sie kriecht zu ihm mit letzter Macht

Doch niemand hört ihr letztes Flehen.
Für Hilfe war es viel zu spät.
Er kann die Wirklichkeit nicht sehen,
weil er sie nicht versteht.

Im Wahnsinn nimmt er ihre Hände.
Verzweifelt ringt sie noch mit ihm.
Grausam bringt er das zu Ende,
was begann mit Zartgefühl.

Der Wahn läßt nach, mit großen Schmerzen,
weinend erkennt er nun Christin.
Bebend greift er dich zum Herzen,
wo treibt die Krankheit ihn noch hin?

Er greift nach ihrem güldnen Haar
und streichelt ihr Gesicht.
Im Schmerz nimmt er sie kam wahr,
ihr Leben grad erlischt.

,,Christin'', ruft er sie immer wieder.
Es wird schon zur Hysterie.
Er sieht ihr blutig, nasses Mieder
und versteht langsam seine Manie.

Nach Stunden unsäglichem Schmerz,
Hadern, kranken Fantasien,
greift Ralf sich an sein wundes Herz.
Wer hat sein Glück beschrieen?

,,Ich liebe sie, doch sie ist tot.
Nie mehr werde ich sie spüre.
Niemals wird im Morgenrot,
mich ihre Hand berühren.''

Und wieder ruft ihn der Dämon:
,,Du bist ja noch am Leben.
Sieh nach ihr, sagt er voll Hohn.
Was kann sie Dir noch geben?''

Ralf greift sich an die kranke Stirn.
Es strömt durch ihn wie Schläge.
Blitze martern sein Gehirn,
der Tod ist auf dem Wege.

Am Morgen sieht man nur den Wagen,
der zwischen neblig, feuchten Laub,
zum letzten Mal zwei Menschen tragen.
Sie werden eins in ihrem Staub.




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