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Gleichnis vom eisernen Reiter

Geschrieben von: Johann Witkowski

Aus dem Gedränge sich erhob
Ein Reiter kühn im Kampf erprobt,
Durchritt horrend in Positur
Das Feld, geistreich wie ein Lemur.

Giftig bohrte sich sein Blick
Dem Feind lähmend in's Genick,
Und in dem Takte strenger Worte
Gebat er über die Kohorte.

Des Hauses stolzes Wappen
Geziert auf seinem Rappen,
Im Portrait vom Kopf bis zum Fuss,
'Ross und Reiter aus einem Guss'.

Stets der Mut zu ihm gehalten,
Seit je das Schwert sich gespalten
Schon als Knabe im Krieg geboren,
Allein zum Helden sich erkoren.

Und Lieder wurden gesungen,
Um ihn, der Schlachten errungen,
Spielend so manchen Feind bezwang,
Verlieh ihm den gewissen Rang.

Sogar die frevelnde Jugend
Blitzte auf in seiner Tugend,
Und jeder hörte von seinen Taten,
Die Bauern und die Aristokraten.

Selbst der Caesar überaus gerührt:
'Wo er erscheint, der Verstand uns führt.
Folgt dem eisernen Mann loyal.',
Streng seinen Truppen er noch befahl.

Die Schlacht fror sich fest in tiefer Nacht,
Doch stets er über dem Feinde wacht,
So viele Pfeile man auf ihn schoss,
behänd hob er das Schild zu Ross.

Und im Geschrei der Blutesbrunst
Wahrte er erwiesene Kunst,
Und dirigierte wohl überlegt
Den Takt seiner Puppen unentwegt.

So lavierte er die Truppen,
Formiert zu gelenkigen Gruppen
So bahnten sich stämmige Züge
Hindurch das feindliche Gefüge.

Es staute sich quälenden Wutes,
Ein Graben gesäuerten Blutes,
Der Feind ertrank gar in Bedrängnis,
Es war der Reiter - Ihr Verhängnis.

Da vergass er des Krieges Gut,
'Es gärt im Harnisch trefflich Blut',
Denn diese Schlacht, sie war die schwerste,
Es war sein Herz, es war das leerste.

Doch ein Feind erkannte die Leer,
Betend erhob er seinen Speer:
'Magst du ihn doch überwinden,
nur einmal soll Mut er finden!'

Und warf das Geschoss von fern
Auf des Reiters innigsten Kern,
So schweifte es vom Wind getragen
Kraftlos über den Blutesgraben.

Ein Schweigen übermannte das Feld,
Freund wie Feind starrten auf den Held,
Er erkannte firm träges Geschoss,
Warum erstarrte er auf dem Ross?

Leicht kerbte der Speer das durstige Herz,
Doch es fühlte den erquikenden Schmerz,
Und Blut ueber die Brust sich ergoss,
Wie friedsam schwankte er auf dem Ross?

Letzte Kräfte tauchten aus der Wut,
Und da schöpte er noch einmal Mut,
Mit beiden Armen ergriff er den Speer
Und trieb ihn weiter, weiter in die Leer.

Und trieb das Holz weiter und weiter
Bis er lachte des Herzens heiter,
Durch die angestaute Wut schwoll
Die Rüstung mit dem Blut sich voll.

Und unter dem Druck der Bedraengnis,
Zerbarst die Ruestung - Sein Gefaengnis,
Mann wie Pferd sanken in die Knie,
Der Reiter war tot - So lebt er nie.

Die Männer fielen in Bedrängnis,
Es war der Reiter - Ihr Verhängnis,
Er war ein Mann, zum Kampf geboren,
Längst jedoch war der Krieg verloren.

Doch der Feind erkannte auch die Not
Und frech dem Feinde den Frieden bot,
Und sie warfen die Waffen auf das Feld,
Lobend singend und trinkend auf den Held.

Der Morgentau schmelzte eiserne Nacht,
Und die Sonne ueber dem Palaste lacht,
Denn die Kunde schreitet im Morgenrot:
'Der Caesar ist tot. Der Caesar ist tot.'




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