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Elisabeth Plainacherin

Geschrieben von: Rosemarie Kienmandl

(Im Jahr 1583 gab es in Wien die einzige Hexenverbrennung. Damals wurde eine 70-Jährige aus Mank in Niederösterreich hingerichtet.)

Elisabeth betrauert ihre Lieben,
Zu früh hat sie der Tod hinweggerafft -
Die Enkelin allein ist ihr geblieben,
Ihr schenkt sie ihre Liebe, ihre Kraft.
Sie singt ein Lied voll Zärtlichkeit und Güte:
"Schlaf ein, mein Kind,
Ich bete, Kind,
Dass Gott im Himmel, mild und lind,
Dich immerdar behüte!"

Die Fallsucht hält das Mädchen in den Krallen -
es wächst indes zur jungen Frau heran -
Die Großmutter sieht sie in Krämpfe fallen,
Verzweifelt schier, weil sie nicht helfen kann.
Die Stimme bricht ihr fast vor Gram und Kummer:
"Sei still, mein Kind,
Schlaf ein, mein Kind,
Denn Deine Mutter, mild und lind,
Wacht über Deinem Schlummer!"

Gerufen, nach der Leidenden zu sehen,
Erscheint der Arzt, der salbungsvoll nun spricht:
"Plainacherin, zu Gott nur musst du flehen,
Dass er die Heilung bringt, ich kann es nicht!
Doch willst du es mir bald zum Weibe geben,
Heil ich dies Kind,
Dies schöne Kind,
Mit meiner Leidenschaft geschwind -
Und Gottes Hilfe eben."

"Ich soll das Liebste, das ich hab, dir schenken?
Du bist zu alt, dass sie dich lieben kann!"
"Elendes Weib, du wirst noch an mich denken,
Beleidigt hast du einen Ehrenmann!"
Sie wiegt die Kranke weinend in den Armen:
"Sei still, mein Kind!
Es kennt, mein Kind,
Mit denen, die verzweifelt sind,
Der Himmel kein Erbarmen!"

"Wie kannst du Gottes Huld zu lästern wagen!
Weh dir!" Des Arztes Stimme bebt vor Wut.
"Nun kenne ich den Grund für ihre Plagen:
Du selbst hast sie verhext mit Satans Brut!
Die böse Tat wirst du allsbald bereuen!
Sei ruhig, Kind!
Man wird dich, Kind,
Zu deiner Seele Heil geschwind
Aus Hexenmacht befreien!"

Er eilt zum Richter, um sie anzuklagen -
Gewichtig ist ja ein Gelehrten-Wort.
Es bleibt ihr kaum noch Zeit "Leb wohl!" zu sagen,
In Fesseln schleppen sie die Alte fort.
Das Kreuzeszeichen macht sie mit den Ketten:
"Wein nicht, mein Kind,
Vertraue, Kind!
Gott ist gerecht und wird gelind
Mich aus der Not erretten!"

Die Mühle des Gerichts beginnt zu mahlen,
Gestehen soll sie in der Folter Pein.
Jedoch der Wahnsinn lindert ihre Qualen,
Erhellt die Zelle ihr mit sanftem Schein.
Dem Enkelkind glaubt sie ihr Lied zu singen:
"Sei still, mein Kind,
Schlaf ein, mein Kind,
Ein Engel Gottes, mild und lind,
Senkt über dich die Schwingen!"

Der Richter ahnt, der Arzt sucht sich zu rächen,
Das Weib dem Tode weih'n, das will er nicht.
Das Volk zwingt ihn, trotzdem den Stab zu brechen.
Gerechtigkeit schweigt, wenn der Pöbel spricht.
Am Richtplatz noch scheint sie ein Kind zu wiegen:
"Sei still, mein Kind,
Schlaf ein, mein Kind,
Die Himmelsmutter, mild und lind,
Ruft mich zu ihr zu fliegen!"

Es lodern hoch empor die düstern Flammen,
Den Himmel überzieht ein fahles Rot,
Man kreischt: "Der Hexe ewiges Verdammen!"
Die Schmerzen lösend nimmt sie auf der Tod.
Noch tönt des Glöckleins zitterndes Gebimmel:
"Sei still, mein Kind,
Schlaf ein, mein Kind,
Mit deiner Mutter, mild und lind,
Bet ich für dich im Himmel!"

Verloren und von aller Welt verlassen,
Gepeinigt durch die Krankheit, schwach und bang,
So stürzt die junge Frau in fremden Gassen,
Sie hört das Lied, das trostreich einst ihr klang,
Und gnädig hüllt sie ein die ew'ge Nacht:
"Sei still, mein Kind,
Schlaf ein, mein Kind,
Denn deine Mutter, mild und lind,
Wacht ....




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