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Ballade oder Textzeile
uinonah
07.01.2008

Hilfe!!! Drei Gedichte/Balladen gesucht!!!
Suche drei alte Gedichte/Balladen für meine Mutter, die diese wiederum von ihrer Großmutter gehört hatte.Leider sind nur noch die Anfänge bekannt und andere Recherchen blieben leider ohne Erfolg. hoffe, deshalb hier auf Hilfe.Vielen Dank schon im Vorraus!

1. "Die Stürme brausen um das Haus, da erzählt der Vater vom Nikolaus......."
2. " DerWeihnachtstag begann zu lichten,
die Stürme brausen durch den Forst,
es fielen schneebeladne Fichten,
der Adler flog von seinem Forst.........."
Es geht wohl um einen Ritter(Balduin?),dessen Umgang mit seinem altem Vater,den er wohl verstoßen will,und den kleinen Sohn des Ritters.......
3. "Durch das hellerleuchte Städchen,
traurig und mit trüben Sinn,
schlich ein armes Waisenmädchen
traurig durch die Strassen hin.
"Heiligabend, sprach sie leise,
ist es heute, aber ach, ich bin eine arme Waise,
nirgends gibts ein schützend Dach......"
Bei der Geschichte geht es wahrscheinlich um eine Variante des
Märchens von dem Mädchen mit dem Schwefelhölzchen
Antworten


Fuchsmux am 09.01.2008
Re: Hilfe!!! Drei Gedichte/Balladen gesucht!!!
Hallo uinonah,

habe leider nur was zu Deiner Anfrage nach der Ballade „Der Weihnachtstag“ gefunden. Hier scheint es mehrere Fassungen zu geben, die sich nicht inhaltlich, aber doch sprachlich ein wenig unterscheiden. Ich habe Dir 2 Versionen nachstehend aufbereitet, und wenn Du mich fragst: beide Versionen könnten in Sprache, Reim und Rhythmus noch verbessert werden. Aber das ist wohl Geschmackssache. Der Autor scheint jedenfalls unbekannt zu sein. Der größte Unterschied dieser beiden Versionen besteht jedoch darin, dass Version 1 mit insgesamt 23 Versen 7 Verse mehr hat als Version 2, nämlich die Verse 11 – 17. So, und nun viel Spaß beim Lesen.

Gruß

Fuchsmux


Der Weihnachtstag

Version 1

1. Der Weihnachtstag begann zu lichten,
ein Nordsturm heulte durch den Forst
und stürzte schneebelad’ne Fichten,
der Adler flog in seinen Horst.

2. Da schauderte gebeugt von Jammer
ein Greis in seiner öden Kammer,
die Wände schimmeren silberweiß
gleich seinem Bart voll Reif und Eis.

3. Ihn trieb der Frost in eins der Zimmer
des stolzen Ritters Balduin,
hier funkelten des Goldes Schimmer
und Prachtgeräte am Kamin.

4. Hier strahlten im Kristall der Spiegel
des Feuers hochgeschwung’ne Flügel
und süßer wohlgerücht’ger Duft
durchrann die mild erwärmte Luft.

5. Der Alte schob sich einen Sessel
dicht an des Marmorherdes Rand,
um von des Frostes harte Fesseln
zu lösen die erstarrte Hand.

6. Doch kaum berührt vom Hauch der Flammen
fuhr er vor Schrecken fast zusammen,
denn Balduin, sein Sohn, trat ach
mit Donnerworten ins Gemach.

7. Hinweg was gibt’s hier noch zu warten?
Vergesst Ihr, dass ich Burgherr bin?
Mir blüht so reich des Lebens Garten,
nur Ihr seid mir ein Dorn darin.

8. Macht wie ich gestern Euch befohlen,
Euch schnell zum Abzug auf die Sohlen,
sonst treib ich Euch, ein Wort, ein Mann,
gewaltsam aus des Schlosses Bann.

9. Mein Gott, wohin soll ich mich wenden?
Sei nicht so grausam, Balduin.
Soll ich denn nackt, mit leeren Händen
dem Stammhaus meiner Väter fliehn?

10. Ich machte dich zum Schlossgebieter
und schenkte dir all meine Güter.
Drum gönne doch mir altem Mann
ein Räumlein, wo ich sterben kann.

11. Fahrt hin, nur nicht in diesen Mauern,
Vorwürfe härten mich zu Stein,
Ihr könntet ohne mein Bedauern
schon längst der Würmer Speise sein.

12 Wer schöne volle 70 Jahre
die Welt genoss, ist reif zur Bahre,
denn wäre dies kein altes Muss,
wann käm ein Erbe zum Genuss?

13 Ach Sohn, erinnere dich das heute,
der Heiland uns geboren ward.
Sei ihm, der sich des Wohltuns freute,
sei ihm zur Ehre nicht so hart.

14 Doch nur verstockter ward der Ritter
je mehr der Greis ans Herz ihm sprach.
Er tobte wie das Ungewitter,
das um die Burg her Bäume brach.

15 Mit Löwengrimm legt er am Ende
an seinen Vater gar die Hände
und zog, der schändliche Barbar,
ihn hin zur Tür am greisen Haar.

16 Ach, schone mein, ich will dir weichen,
will ewig meiden deine Tür,
doch Balduin, ein kleines Zeichen
von Menschlichkeit erbitt ich mir.

17 Du hörst die Winterstürme rasen,
siehst meines Rocks zeriss’ne Fasen,
drum gönne mir ein Reisekleid,
das gegen Frost mir Schutz verleiht.

18 Die Wohltat soll Euch widerfahren,
sprach Balduin und wandte sich
zu seinem Söhnlein von 10 Jahren,
das horchend jetzt durchs Zimmer schlich.

19 Georg, im Stall in einer Ecke
hängt eine wollne Pferdedecke,
da gehe hin, die hole du
und wirf sie diesem Alten zu.

20. Der Knabe ging – und kam.
Wie lang, sprach Balduin, hast du verweilt,
und ha – was seh’ ich, böser Range:
wer hat die Decke halb geteilt.

21. Ich, sprach der Knabe ohne Schrecken,
sie reicht so hin ihn zu bedecken.
Die andre Hälfte, dieser gleich
verwahr ich Väterchen für Euch.

22. Mit Tränen sah der Greis gen Himmel,
wies stumm die Hülle von sich ab
und setzte dann ins Schneegetümmel
getrost hinein den Wanderstab.

23. Der Ritter schloss vergnügt die Pforte,
belächelte des Knäbleins Worte,
doch dreißig Jahre darauf hin
hieß Georg ihn ins Elend ziehn.


Version 2

1). Der Weihnachtstag begann zu lichten,
der Nordwind heulte durch den Forst,
es stürzten schneebelad’ne Fichten,
der Adler floh nach seinem Horst.

2). Da zitterte gebeugt vor Jammer
ein Greis in seiner öden Kammer,
die Wände flirrten silberweiß
gleich seinem Bart voll Reif und Eis.

3). Es trieb der Frost ihn in die Zimmer,
des stolzen Ritters Balduin,
hier funkelte des Goldes Schimmer
am Prachtgerät und am Kamin.

4). Hier strahlten im Kristall der Spiegel
des Feuers hochgeschwung’ne Flügel
und süßer Wohlgerüche Duft
durchweht die mild erwärmte Luft.

5). Der Alte rückt sich seinen Sessel
dicht an des warmen Herdesrand,
um von des Frostes harter Fessel
zu lösen die erstarrte Hand.

6). Doch kaum berührt vom Hauch der Flammen
fährt er mit Schrecken jäh zusammen,
denn Balduin, sein Sohn, tritt ach
mit Donnerworten ins Gemach.

7). Hinfort was habt Ihr hier zu schaffen?
Vergesst Ihr, dass ich Burgherr bin?
Mir blüht voll Reiz der Lebensgarten,
nur Ihr seid mir ein Dorn darin.

8). Macht, wie ich's gestern Euch befohlen,
Euch schnell zum Abzug auf die Sohlen,
sonst treib ich Euch, ein Wort, ein Mann,
gewaltsam aus des Schlosses Bann.

9). Ach, wohin soll ich mich denn wenden,
sei nicht so grausam, Balduin,
soll ich denn nackt, mit leeren Händen
das Stammschloss meiner Väter fliehn?

10). Ich setzte dich zum Schlossgebieter
und gab dir alle meine Güter,
drum gönne doch mir armen Mann
ein Röcklein, dass ich sterben kann.

11). Die Wohltat soll Euch widerfahren,
sprach Balduin und wandte sich
zu seinem Söhnlein von sechs Jahren,
das lauschend durch das Zimmer schlich:

12). Georg, im Stall in einer Ecke
liegt eine alte Pferdedecke,
da gehe hin, die hole du,
und wirf sie diesem Alten zu.

13). Der Knabe ging und kam.
Georg, wie lang hast du verweilt?
Und ha, was seh’ ich, loser Range,
wer hat die Decke wohl zerteilt?

14). Ich, sprach der Knabe ohne Schrecken,
sie reicht schon hin ihn zu bedecken.
Die andre Hälfte, jener gleich,
bewahr ich Väterchen für Euch.

15). Mit Freuden blickt der Greis zum Himmel,
wies stumm die Hülle von sich ab,
und setzte dann ins Sturmgewimmel
getrost hinein den Wanderstab.

16). Der Ritter schloss vergnügt die Pforte,
belächelte des Knaben Worte.
Doch dreißig Jahr darauf hin
ließ ihn sein Sohn ins Elend ziehn.




uinonah am 14.01.2008
Re: Hilfe!!! Drei Gedichte/Balladen gesucht!!!
Danke!
Danke, Fuchsmux für deine rasche und umfassende Antwort. Hätte nicht gedacht das ich so schnell Antwort bekomme. Nun hoffe ich, das jemand auch noch die anderen Sachen kennt. Meine Mutter hat sich sehr gefreut.
Viele Grüße
UINONAH




CorinnaStamm am 06.11.2008
Re: Hilfe!!! Drei Gedichte/Balladen gesucht!!!
Freut mich! Noch nie habe ich jemanden getroffen, der diese Ballade kennt. Seit Generationen wird sie so in unserer Familie aufgesagt:

Ein Weihnachtstag begann zu lichten.
Der Sturmwind heulte durch den Forst.
Es stürzten schneebelad`ne Fichten.
Ein Adler floh aus seinem Horst.

Da saß in einer öden Kammer
ein alter Greis, gebeugt vor Jammer.
Sein greises Haar fl0ß silberweiß
gleich seinem Bart, wie Schnee und Eis.

Der Alte schob sich einen Sessel
nah an des Marmorherdes Rand,
um von des Frostes harter Fessel
zu lösen die erstarrte Hand.

Doch kaum berührt vom Hauch der Flammen,
fuhr er vor Schrecken jäh zusammen,
denn Balduin, sein Sohn, trat jach
in vollem Zorne ins Gemach:

"Hinfort! Was gibts noch lang zu warten?
Vergeßt Ihr, dass ICH Burgherr bin?
Mir blüht bereits des Lebens Garten,
doch Ihr seid mir ein Dorn darin!

Macht, wie ich gestern Euch befohlen,
zum Abschied schnell Euch auf die Sohlen!
Sonst jag ich Euch, ein Wort ein Mann,
gewaltsam aus des Schlosses Bann!"

"Mein Gott, wohin soll ich mich wenden?
Sei nicht so grausam, Balduin.
Soll ich denn nackt mit leeren Händen
dem Stammhaus meiner Väter fliehn?

Ich setzte dich zum Schlossgebieter,
vermachte dir all meine Güter.
Vergönne doch mir armem Mann
ein Räumlein wo ich sterben kann."

"Fahrt hin!
Doch nicht in diesen Mauern!
Ihr könntet ohne mein Bedauern
schon längst der Würmer Speise sein!

Wer schon volle siebzig Jahre,
der ist wohl alt genug zur Bahre.
Und wäre dies kein hartes Muß -
Wann käm der Erbe zu Genuß?"

"Balduin, vergiß nicht,
dass heut der Heiland geboren ward.
Er, dessen Wohltat dich oft freute,
sei ihm zu Ehren nicht so hart!

Dein Gedächtnis wird dir sagen,
wie oft ich schon in diesen Tagen
dir freundlich die Geschenke bot
und du versagst mir Dach und Brot?"

Doch noch verstockter ward der Ritter
je mehr der Greis ans Herz im sprach.
Er tobte wie das Ungewitter,
das ringsumher die Bäume brach.

Mit Löwengrimm legt er am Ende
an seines Vaters Haupt die Hände
und dieser schändliche Barbar
zog ihn heraus am greisen Haar.

"Balduin, halt ein, ich will dir weichen!
Will ewig meiden deine Tür!
Doch, Balduin, ein kleines Zeichen
der Menschlichkeit erweise mir.

Sieh hin, die Winterstürme rasen.
Sieh meines Rocks zerriss`ne Faser.
Vergönne mir ein Reisekleid,
das vor dem Sturm mir Schutz verleiht!"

"Die Ehre soll dir widerfahren!"
sprach Balduin und wandte sich
an sein Söhnchen von zehn Jahren,
das horchend durch das Zimmer schlich.

"Georg, im Stall in einer Ecke
liegt `ne woll`ne Pferdedecke.
Ganz neu und rein noch, die nimm du
und wirf sie diesem Alten zu!"

Der Knabe kam, doch "Ach wie lang"
sprach Balduin,"hast du verweilt?
Und da, was seh ich, loser Rang,
wer hat die Decke halb zerteilt?"

"Ich!" sprach der Knabe ohne Schrecken
"Das reicht wohl hin, ihn zu bedecken.
Die andre Hälfte, sondergleich,
verwahr ich - später dann für Euch!"

Der Alte sah vergnügt zum Himmel,
wies schnell den Halben von sich ab.
Er sah hinab ins Weltgetümmel
und griff sogleich zum Wanderstab.

Balduin schloss vergnügt die Pforte,
belächelte des Knaben Worte.
Doch dreißig Jahre später hieß auch ihn
sein Sohn hinaus ins Elend ziehn!





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