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Ballade oder Textzeile
Gast
30.12.2007

Skifahrer
Habe als Kind eine Ballade gelesen. Darin ging es um einen Skifahrer, welcher in Not in stürmischer Nacht an einem entlegenen Haus anklopft und Hilfe sucht, welche er auch erhält. Ballade fängt evtl. an mit.
Wer klopft so eilig und mit Macht, an meine Tür in später Nacht......?
Weiss jemand etwas davon ????
Danke für Antworten
Antworten


Fuchsmux am 05.01.2008
Re: Skifahrer
Hallo lieber Gast,

zu Deiner Anfrage habe ich etwas gestöbert und bin auf die „Olympische Rundschau“ gestoßen. Diese erschien 2 x jährlich zweisprachig (deutsch, französisch) im Wilhelm Limpert-Verlag, Berlin SW 68, wurde herausgegeben vom „Internationalen Olympischen Institut“, beinhaltet u.a. auch den „amtlichen Teil des Internationalen Olympischen Komitees“ (seinerzeit noch CIO) und ihr Schriftleiter war Dr. Carl Diem (u.a. Organisations-Chef der Olympischen Spiele 1936 in Berlin, „Erfinder“ des Olympischen Fackellaufs, Einführung des „Deutschen Sportabzeichens“, Mitbegründer und Rektor der „Deutschen Sporthochschule Köln“).

In Heft 21 der „Olympische Rundschau“ vom April 1943 wurde auf den Seiten 29 – 31 die von Ferdinand Bässler verfasste nachfolgende Sage bzw. Ballade veröffentlicht. Leider waren mir nur die jeweils 4 Verse der Seiten 29 und 31 zugänglich, also der Anfang und der Schluss. Der Textinhalt von Seite 30 mit ca. 20 Versen ist vermutlich nur durch direkte Einsichtnahme in das genannte Heft oder über die einschlägige Literatur vom bzw. über den Verfasser in Erfahrung zu bringen.

Hier nun das mir zur Verfügung stehende Fragment:


Der Skiläufer
Eine Sage aus Nordlands Fehden

,,Wer klopft so eilig und mit Macht
an meine Tür in später Nacht?
’s mag ein verirrter Wandrer sein!
Du ärmster Mann tritt hurtig ein!“

Er legt die Arbeit schnell zur Seiten,
ergreift den Kieferspan mit Hast
und eilt, ins niedre Haus zu leiten
mit frohem Gruß den fremden Gast.

Der Riegel knarrt, er tritt hinaus —
Er steht gelähmt von nächt’gem Graus:
Die Leuchte seiner Hand entfällt,
er sah vom Feind das Haus umstellt.

Schnell greifen ihn vier kräftige Arme
und ziehn ihn von der Schwelle fort,
und einer aus dem wilden Schwarme
gibt ihm das unwillkommne Wort:

……

(Hier fehlen ca. 20 Verse)

Ihm ist’s, als hab’ es Gott bejaht,
und kühn erwächst ihm Will’ und Rat.
Dort läuft den steilen Bergeshang
ein hoher Tannenwald entlang.

Ein Pfad lockt in die Waldeshalle,
der dicht umschattet abwärts führt
und unversehns in jähem Falle
im tiefsten Abgrund sich verliert.

Den schlägt er ein, die Hand aufs Herz,
das feste Auge himmelwärts
fliegt er des Wegs zur Felsenwand
und stürzt sich von des Abgrunds Rand.

Noch flammt die Leuchte im Gesträuche,
die Schweden folgen ihrem Schein —
und drunten deckt des Normanns Leiche
der Feinde zuckendes Gebein.


Dazu (damalige) Anmerkung von Carl J. Luther:

Nach General O. Wergeland*), der in einer seiner Ausgaben auch den betr. Steindruck bringt, erzählt diese Sage die ,,Norrigia illustrata“ von 1651. Der Stoff soll dem 15. oder 16. Jahrhundert entnommen sein, als Russen und Schweden über das Kjölengebirge an die Nordsee drängten, ,,über den Polarweg durch Finmarken“, über den auch jetzt Rußland an die Nordsee möchte.
Nach Wergeland verlegt eine andere Fassung der Sage, vielleicht aus dem Siebenjahrskriege oder Kalmarkrieg, das Ereignis an den Tysfjord in Salten, und spricht von 150 Mann, die auf diese Weise in Finnenpulken umkamen.
Die Gegend hieß damals Mandfjordgebirge; am Fuße desselben fand man noch 1782 einen großen Haufen Gebeime. Eine ähnliche Sage wird in der Gegend von Drontheim erzählt: Ein feindlicher Trupp fuhr nach Grong hinab zur Plünderung, als auf dem Hofe Mediaa gerade. große Hochzeit war, dorthin sollte der Finne den Weg weisen. Über dem Hof ging ein hoher Feldweg, und da fanden die Feinde ihren Untergang.
Auf dem Hofe werden noch ,,Gastmaltische“ (evtl. Gastmalbretter) aufbewahrt, in welche 314 Messingnägel geschlagen sind, je einer für jeden der Feinde.
In allen diesen Sagen tritt der Führer auf Skiern auf, in der letzten Sage auch der nachfolgende Feind. Varianten ähnlicher Sagen deuten auch an, daß Russen bei solchen Zügen Skier benutzten.

* ) ,,Skilöbningen, deus Historie og Verigsanwendelse“ — Skilaufen, seine Geschichte und Kriegsverwendung. Kristiania 1865.


Hoffe ein wenig geholfen zu haben und wünsche viel Erfolg bei evtl. weiterer Suche.

Gruß

Fuchsmux




Gast am 03.02.2008
Re: Skifahrer
Edgar Kobi aus Greifswald Mecl/Vorp. am 03.02.08

Ich habe die fehlenden Verse vor mir liegen. Es gibt ein altes Balladenbuch, welches ich von meiner Mutter übernommen habe. Leider ist es so stark beschädigt, dass weder Herausgeber noch Verlag oder eine sonstige konkrete Angabe über die Herkunft des Buches erkannbar sind. Auf jeden Fall beinhaltet es weitere Balladen, die ich noch nie wo anders gefunden habe.
Hier nun der weitere Inhalt:

"Du führst uns den verborgnen Pfad
hoch über den Kiölengrad
zur nächsten Stadt in Norreland
Denn wider sie ist unsre Hand."

Doch er mit männlichem Erröten;
Unmögliches verlanget ihr!
Wann hielt`s ein Normann mit den Schweden?
Ihr kamt nicht vor die rechte Tür."

Und sie in wilder Ungeduld:
"Ob ungern oder ob mit Huld -
das gilt uns gleich! Du hast die Wahl
nur zwiochen Gold und hartem Stahl."

"Ein nächt´ger Gang von wenig Meilen
befreit dich schnell aus aller Not.
Bleibst du, so stirb und mit dir teilen
dein Weib, dein Kind den Rachetod."

Zusammen brach der Kräft`ge Mann.
Der Schweiß ihm von der Stirne rann.
Zwiespältig ringt in ihm der Geist,
bis sich empor der Normann reißt

Und spricht das Wort voll Grimm und Schmerzen:
"Wohlan, nicht um den eignen Leib,
nur um die Kindlein und mein Weib
füg ich mich eurem harten Zwang!
Den Sündensold ich nicht verlang!

Er wendet sich ins Haus und bindet
die Schneeschuh an den Knöcheln fest,
ergreift den hohen Stab und zündet
die Leuchte an dem Kohlenrest.

Noch einmal fällt sein trüber Blick
auf seine Teueren zurück.
Sie schlummern ohne Sorg`und Harm
so selig, wie in Gottes Arm.

Und leise spricht er seinen Segen.
Dann tritt er vor den Kriegerzug.
Er schreitet aus und rasch entgegen
dem Hochgebirge geht`s im Flug.

Da saust der Skie, da stäubt de Schnee,
aus braunen Nebeln schwankt die Höh`:
Vorüber fliegt im Geisterreihn
der Wassersturz, der Fels, der Hain.

Im Schwung und Sprung auf glatten Sohlen
durchbraust der Hauf`die Winterflur.
Es keucht der Sturm, ihn einzuholen
und tilgt die flücht`ge Menschenspur.

So durch der Schluchten Doppelnacht
zur Höh`, wo die Lawine kracht,
und ob des Gießbachs schwankem Steg
führt er sie den verborg`nen Weg.

Dem matten Scheine der Laterne
folgt keck der rasche Kriegerhauf`
und endlich hebt sich in der Ferne
die schwerbedrohte STadt heruaf.

Dort lag sie - einsam Turm und Tor.
Kein Lichtlein schimmert drauß`hervor.
Und wie die Wolke trüb und schwer,
lag Mitternachtsschlaf tdrüber her.

Er sieht`s mit Gram, hört die Bedränger
jetzt kühner stürmen durch das Feld.
Merkt, wie der Feind sich immer enger
an seine flücht`gen Fersen hält.

Er schaut hinüber, schaut zurück
und alles flirrt vor seinem Blick!
Es ruft aus jedem Busch und Rohr:
Normann, halt ein, was hast du vor?"

Da muss er vor sich selbt erbeben.
Er seufzet bis zum Tode matt:
"Oh Herr, nimm hin mein schuldig`Leben.
Errette nur die gute Stadt."

Nun folgen die schon Fuchsmux zitierten Verse, beginend mit
Ihm ist , als hab es Gott ......




Gast am 03.02.2008
Re: Skifahrer
Edgar Kobi aus Greifswald Meckl/Vorp.

Ich verfüge über den vollständigen Text. Icvh habe versucht, ihn zu scannen und hier zu speicher. Der Computer nimmt den Text aber nicht an, weil er in den alten deutschen Lettern geschrieben ist. Zum Abschreiben mit lateinischen Buchstaben ist mir aber der Text zu lang.
Fall trotzdem noch Interesse besteht, könnte ich den Text auch faxen. Vielleicht geht das auch als Fotokopie, weiß ich aber nicht.

Ich bin unter email-Adresse: ursulakobi@onlins.de zu erreichen.

Edgar Kobi




Gast am 20.02.2008
Re: Skifahrer
Hei danke Leute, Ihr seid echt super !!!!
Habe diese Ballade sicher über 30 Jahre nicht mehr gelesen oder gefunden:

Nochmals gewaltigen Dank für Eure Bemühungen!

Liebe Grüsse
Arthur




Gast am 11.02.2011
Re: Skifahrer
Fall' noch jemand interessiert: da fehlt noch 'was :-)

...
Und spricht das Wort voll Grimm und Schmerzen:
"Ihr Jünglinge, vergelt's euch Gott,
dass ihr mit eines Mannes Herzen
treibt soch unmenschlich Spiel und Spott.

Wohlan, nicht um den eignen Leib....

Grüße
Heike
("Skifahrer"-Fan)





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